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Keratitis neuroparalytica

Synonyme: Keratopathia neuroparalytica, Neurotrophe Keratopathie, Keratoconjunctivitis neuroparalytica

1 Definition

Die Keratitis neuroparalytica ist eine Erkrankung der Hornhaut (Cornea) infolge einer Schädigung ihrer sensiblen Innervation, ggf. mit Begleitveränderungen der Bindehaut (Konjunktiva). Der Verlust der Innervation führt unter anderem über eine reduzierte Tränensekretion und weiteren Faktoren zu trophischen Störungen der Hornhaut mit degenerativen Veränderungen, welche von oberflächlichen Epitheldefekten bis hin zum durchgreifenden Hornhautgeschwür (Ulcus corneae) reichen können.

2 Symptome

Die Hornhaut kann sichtbar getrübt sein mit begleitender Bindehautinjektion (rotes Auge). Die Sehschärfe kann schwanken oder deutlich reduziert sein. Die Hornhautsensibilität ist in der Regel herabgesetzt oder im schwersten Fall komplett aufgehoben: Die betroffenen Patienten beklagen wenig oder keine Schmerzen trotz teils schwerster Hornhautschäden. Die Neigung zur bakteriellen Superinfektion der Augenoberfläche ist erhöht und kann beim durchgreifenden Ulcus corneae für das gesamte Auge eine Bedrohung darstellen.

3 Pathogenese

Läsionen des Nervus ophthalmicus in seinem gesamten Verlauf (vom Kerngebiet im Hirnstamm bis zur Hornhaut), aber auch lokale Prozesse auf der Hornhaut führen über eine gestörte sensible Innervation des Auges zu einer Reduktion der Tränensekretion und des Blinkreflexes und verhindern den Aufbau eines die Cornea schützenden und ernährenden Tränenfilms. Daneben führt der Verlust der sensorischen Innervation der Cornea über eine reduzierte Sekretion von neurotrophen Wachstumsfaktoren zu einer Störung von Wundheilungsprozessen. Folglich können Hornhautepitheldefekte bis hin zu durchgreifenden Ulzerationen entstehen (Ulcus corneae).

Ätiologisch können hier diverse pathologische Prozesse zugrunde liegen wie beispielsweise:

4 Therapie

Neben der Therapie der Ursache - sofern möglich - ist die intensive Behandlung mit unkonservierten Tränenersatzmitteln Mittel der Wahl, ggf. kombiniert mit einem Augengel oder einer Augensalbe für die Nacht. In ausgewählten Fällen können auch Eigenserum-Augentropfen hilfreich sein. Über chirurgische Verengung des Lidspalts zum Schutze der Hornhaut kann im Einzelfall entschieden werden. Bei Ausbildung eines Ulcus corneae muss eine lokale und ggf. auch eine systemische antibiotische Therapie ergänzt werden. Bei persistierendem Ulcus kann ggf. das Aufnähen eines Amnion-Transplantats die Heilung fördern.

5 Quellen

  • Kanski J: Klinische Ophthalmologie - Lehrbuch und Atlas. 7. Auflage. Elsevier 2012.
  • Cursiefen C, Seitz B, Kruse FE. Neurotrophe Keratopathie: Pathogenese, Klinik und Diagnostik. Ophthalmologe 2005; 102:7-14.

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