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Hornhauttransplantation

Synonyme: Korneatransplantation, Keratoplastik
Englisch: corneal transplantation

1 Definition

Die Hornhauttransplantation ist ein ophthalmologischer Eingriff, bei dem erkranktes bzw. geschädigtes Hornhautgewebe durch ein allogenes Transplantat ersetzt wird.

Wird statt eines Transplantats nicht-biologisches Material verwendet, spricht man von einer Keratoprothese.

2 Hintergrund

Die Hornhauttransplantation ist eine der am häufigsten durchgeführten Transplantationsformen. Weltweit werden jährlich etwa 100.000 Eingriffe dieser Art durchgeführt, in Deutschland rund 5.000. Der Bedarf liegt jedoch deutlich höher, da die Bereitsschaft zur Hornhautspende zu gering ist und bei weitem nicht genug Spender zur Verfügung stehen. Die Hornhautentnahme bei einem Verstorbenen setzt dessen Einwilligung zu Lebzeiten (Organspendeausweis) oder die Einverständnis seiner Angehörigen voraus.

3 Verfahren

4 Indikationen

Eine Hornhauttransplantation kann aus optischen, strukturellen, therapeutischen oder (selten) kosmetischen Gründen erfolgen. Typische Indikationen sind:

5 Alternative

Eine Alternative zur Verwendung eines Hornhauttransplantats ist die Nutzung einer Epithelrekonstruktion aus autologen Stammzellen (Limbusstammzellen). Die Stammzellen werden durch Entnahme einer 1-2 mm2 großen Gewebeprobe aus dem Limbus corneae gewonnen und im Labor zu einem kontaktlinsenartigen Graft vermehrt. Das erste, seit 2015 zugelassene Medizinprodukt in Europa, das auf diese Technik zurückgreift, ist Holoclar®. Im Gegensatz zu einem Allotransplantat treten keine Abstoßungsreaktionen auf, da es sich um körpereigenes Gewebe handelt.

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