Intismeran
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Synonyme: Intismeran autogen, V940, mRNA-4157
Englisch: intismeran autogene
Definition
Intismeran ist eine individualisierte, mRNA-basierte Neoantigen-Krebsimmuntherapie zur adjuvanten Behandlung des vollständig resezierten Melanoms. Sie wird in Kombination mit Pembrolizumab untersucht und zielt auf tumorspezifische Mutationen des jeweiligen Patienten ab. Nach Sequenzierung des Tumors werden patientenspezifische Neoantigene identifiziert und in einer individualisierten mRNA codiert.[1]
Chemie
Die Substanz besteht aus modifizierter, synthetischer mRNA, die für bis zu 34 tumorspezifische Neoantigene codiert. Die Sequenz wird an die individuellen somatische Mutationen und den HLA-Typ des Patienten angepasst.[2]
Pharmakokinetik
Für Intismeran liegen publizierte Daten zur klinischen Pharmakokinetik nur eingeschränkt vor; systematische Untersuchungen zu Resorption, Verteilung, intrazellulärer Verweildauer und Elimination sind bislang nicht vollständig dargestellt. Wie für mRNA-basierte Impfstoffe ist nach intramuskulärer Gabe von einer Aufnahme durch antigenpräsentierende Zellen am Injektionsort und in drainierenden Lymphknoten auszugehen; die mRNA wird dabei intrazellulär translatiert und anschließend schrittweise durch zelluläre RNasen abgebaut. Die Formulierung mit Lipidnanopartikeln bzw. mRNA-Trägern soll den protektiven Transport bis zur Aufnahme in Zielzellen ermöglichen, während freie mRNA außerhalb von Zellen rasch degradiert wird.[3][4][5]
Wirkmechanismus
Nach intramuskulärer Injektion wird die mRNA von antigenpräsentierenden Zellen aufgenommen, translatiert und die Neoantigene über MHC-Moleküle präsentiert. Dadurch werden bestehende T-Zell-Antworten verstärkt und neue zytotoxische T-Zell-Antworten gegen tumorspezifische Epitope induziert. In Kombination mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab soll die T-Zell-Aktivität gegen Tumorzellen erhalten und verstärkt werden.
Indikationen
Intismeran wird als adjuvante Therapie bei Patienten mit vollständig reseziertem kutanem Melanom im Stadium IIB bis IV untersucht. Die Zulassung liegt bislang nicht vor. Es handelt sich um eine experimentelle Therapie.
Studien
In der Phase-III-Studie INTerpath-001 verbesserte Intismeran in Kombination mit Pembrolizumab bei Patienten mit vollständig reseziertem kutanem Melanom im Stadium IIB bis IV das rezidivfreie und das fernmetastasenfreie Überleben gegenüber Pembrolizumab plus Placebo.[6]
Darreichungsformen
Intismeran wird als intramuskuläre Injektion verabreicht, üblicherweise in Kombination mit intravenösem Pembrolizumab.
Dosierung
In der Phase-3-Studie "INTerpath-001" erhielten Patienten insgesamt 9 intramuskuläre Injektionen von Intismeran über den Behandlungszeitraum, parallel zu 9 Zyklen Pembrolizumab. Die erste Injektion erfolgte im Median 64 Tage.[7]
Nebenwirkungen
Schwere Nebenwirkungen waren in beiden Studienarmen ähnlich häufig. Unter Intismeran traten jedoch häufiger lokale und systemische Reaktionen auf, insbesondere Fieber.
Wechselwirkungen
Systematische Daten zu Arzneimittelinteraktionen liegen bisher nicht vor. Die Kombination mit Pembrolizumab ist Teil des untersuchten Therapieregimes; eine gleichzeitige Immunsuppression könnte die gewünschte T-Zell-Antwort theoretisch abschwächen.
Kontraindikationen
Da Intismeran noch nicht zugelassen ist, existieren keine formalen Kontraindikationen. In Studien wurden Patienten mit nicht vollständig reseziertem Tumor, aktiver Autoimmunerkrankung oder relevanten Kontraindikationen gegen Pembrolizumab üblicherweise ausgeschlossen.
Zulassung
Intismeran ist derzeit nicht zugelassen.[6]
Quellen
- ↑ Deutsches Ärzteblatt 10/26. mRNA-Impfung Melanom [1]
- ↑ FDA Substance Registration System: Intismeran autogene, UNII ZG6U44T8SG, abgerufen am 26.10.2026
- ↑ Clinical advances and ongoing trials of mRNA vaccines for cancer treatment, The Lancet Oncology, 2022
- ↑ Messenger RNA vaccines for cancer immunotherapy: progress promotes promise, PMC, 2022
- ↑ Therapeutic mRNA vaccine applications in oncology, Molecular Therapy, 2025
- ↑ 6,0 6,1 Merck/MSD: Merck and Moderna Will Present Results From Landmark Phase 3 INTerpath-001 Trial for Intismeran Autogene Plus KEYTRUDA (pembrolizumab) at ESMO 2026 Presidential Symposium, Pressemitteilung vom 22.10.2026, abgerufen am 26.10.2026
- ↑ Merck/MSD. Pressemitteilung, Oktober 2026