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Feldrittersporn

Synonyme: Consolida, Rittersporn, (Delphinium)
Englisch: larkspur

1 Definition

Die Feldrittersporne sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Die botanische Bezeichnung lautet Consolida. Arten der Gattung haben Bedeutung als Zier- und Giftpflanzen.

2 Merkmale

Es handelt sich um krautige, sommerannuelle oder einjährig überwinternde Pflanzen, die - je nach Art - Wuchshöhen von 0,3 bis 1,0 Meter erreichen können. Die Blätter stehen wechselständig angeordnet und sind gelappt bis geteilt, teils lanzettlich geschlitzt. Die Blüten stehen in traubigen, meist aufrechten Blütenständen und umfassen zwischen 5 und 20 Einzelblüten. Die Blüten sind dorsiventral, das erste Perigonblatt ist gespornt (nach hinten weisender Sporn). Es sind ein Fruchtknoten und ein Nektarblatt (bzw. zwei verwachsene) vorhanden. Die Frucht ist eine einzelne vielsamige Balgfrucht (kapselartig).

3 Systematik

Es existieren circa 45 Arten der Gattung Consolida. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Europa, den mediterranen Raum sowie Asien. Im Folgenden wird eine Auswahl der Arten wiedergegeben:

Rittersporne i.S.v. Delphinium (circa 360 Arten) werden als eigenständige Gattung geführt. Allerdings existieren molekularbiologische Studien, die eine Eingliederung von Consolida-Arten in die Gattung Delphinium oder eine Aufteilung von Delphinium in mehrere Gattungen in Erwägung ziehen. Weiterhin stehen Consolida und Delphinium in engem Zusammenhang mit der Gattung Eisenhut (Aconitum).

4 Arzneidrogen

Die Verwendung von Consolida-Arten für medizinische Zwecke ist weitestgehend obsolet. Als Arzneidrogen sind etwa zu nennen:

  • Calcatrippae semen, Ritterspornsamen (Stammpflanze: Consolida regalis)
  • Flores Delphinii consolidae, Delphinii flos, Flores Calcatrippae, Flores Consolidae regalis, Ritterspornblüten (Stammpflanze: Consolida regalis)

5 Inhaltsstoffe

Feldrittersporne enthalten als pharmakologisch wirksame Bestandteile insbesondere Alkaloide mit unterschiedlichen Konzentrationen in allen Pflanzenteilen. In den Samen werden höhere Konzentrationen erreicht, der Alkaloidgehalt kann 1% betragen. Die Zusammensetzung variiert in Abhängigkeit der Art. Über den Alkaloidgehalt der Arzneidroge Delphninii flos (getrocknete Blüten von Consolida regalis) liegen widersprüchliche Angaben vor. Es handelt sich um Diterpen-Alkaloide, von denen die folgenden Substanzen als Beispiele zu nennen sind: Ajacin, Acetyldelcosin, Ajacinin, Delcosin, Delsonin und Lycoctonin.

6 Toxikologie

Es ist von einer hohen Toxizität der Consolida-Alkaloide auszugehen. Die qualitative Wirkung entspricht jener von Aconitin (Interaktion mit Natriumkanälen), jedoch schwächer. Nach Aufnahme von Pflanzenmaterial kann es zu Übelkeit und Erbrechen, teilweise zu Durchfall und Koliken kommen. Es kann zu vorrübergehender Erregung, dann zur Unempfindlichkeit sensibler Nervenendigungen kommen. Parästhesien verbreiten sich über den ganzen Körper. Weiterhin treten ein Kältegefühl, Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Hypotonie und Lähmungen auf. Der Tod tritt in der Regel durch zentrale Atemlähmung, gegebenenfalls durch Kammerflimmern ein. Einige Alkaloide können durch die gesunde Haut aufgenommen werden, was jedoch nur bei länger währenden Gartenarbeiten mit dem Pflanzenmaterial (insbesondere mit feuchten Händen) von Belang ist.

Es kommt nicht oder nur selten zu Vergiftungen durch Feldrittersporne beim Menschen. Die Arten sind auch für die meisten anderen Säugetiere giftig, wodurch es bei Weidevieh in Regionen mit größeren Consolida-Populationen unter Umständen regelmäßig zu Vergiftungen kommen kann.

6.1 Therapie

Die Therapie besteht aus resorptionsvermindernden Maßnahmen (Aktivkohle, Magenspülung) und intensivmedizinischer Betreuung (Volumenersatz, künstliche Beatmung, Defibrillation). Bei Erregung können Benzodiazepine gegeben werden. Weiterhin erfolgt eine symptomatische Therapie.

7 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum akadem. Verlag.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.
  • Wolf (Hrsg.): Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis - Bd. 3, Gifte, 1992, Springer Verlag.

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