Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Clopidogrel

Handelsnamen: Iscover®, Plavix®

1 Definition

Clopidogrel ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren hemmt (ADP-Rezeptor-Blocker). Er wird zur Prävention ischämischer Ereignisse unter anderem bei Patienten mit KHK oder pAVK (insbesondere nach Stent-Implantation) eingesetzt.

2 Chemie

Clopidogrel ist ein Thienopyridin-Derivat, das chemisch mit dem Ticlopidin verwandt ist.

3 Wirkmechanismus

Bei Clopidogrel handelt es sich um ein Prodrug. Der pharmakologisch aktive Metabolit entsteht in der Leber durch Oxidation und anschließende Hydrolyse im Cytochrom P450-System (durch CYP2C19-Enzyme). Er blockiert die Bindung von Adenosindiphosphat (ADP) an seinen Thrombozytenrezeptor (P2Y12-Rezeptor). Dadurch wird die ADP-abhängige Thrombozytenaggregation über den Glykoprotein IIb/IIIa-Rezeptorkomplex unterbunden.

Der Wirkmechanismus unterscheidet sich von der Acetylsalicylsäure (ASS), welche die Thrombozytenaggregation über die Blockierung der Cyclooxygenasen hemmt, sowie von Abciximab, welcher den Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorkomplex direkt hemmt.

Die Blockierung des P2Y12-Rezeptors ist irreversibel. Die Gerinnungsfähigkeit stellt sich daher erst mit der Neubildung von Thrombozyten im Laufe von 5 bis 7 Tagen wieder ein.

Bei Clopidogrelgabe muss die Möglichkeit eines "poor metabolizers" in Betracht gezogen werden, was zu einem verlangsamten Wirkeintritt führt. Dieser Effekt ist in Akutsituationen (z.B. akutes Koronarsyndrom) unerwünscht.

4 Indikation

Clopidogrel ist als Monotherapie zur Sekundärprophylaxe nach ischämischem Insult, Myokardinfarkt, im Fall einer Hämodialyse und bei Bestehen einer pAVK zugelassen. In Kombination mit ASS kann Clopidogrel auch bei akutem Koronarsyndrom eingestzt werden.

Off-label-Usage: bei ASS-Unverträglichkeit oder in Kombination mit ASS nach Interventionen, z.B. bei Koronarstent zur Reokklusionsprophylaxe.

5 Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Clopidogrel gehört auch Dyspnoe. Fundstelle aus dem Arzneitelegramm und der dazugehörigen Datenbank kann - falls dies noch nicht bekannt sein sollte - nachgeliefert werden. Es erscheint wichtig, eine durch Clopidogrel verursachte Dyspnoe von der durch Herzinsuffizienz verursachten, abgrenzen zu können.
#1 am 16.04.2016 von Franz Eichenseher (Medizinjournalist)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

58 Wertungen (3.07 ø)

177.582 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: