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Clopidogrel

Handelsnamen: Iscover®, Plavix®

1 Definition

Clopidogrel ist ein Thrombozytenaggregationshemmer, der die ADP-abhängige Thrombozytenaktivierung durch Inhibition der P2Y12-Rezeptoren hemmt (ADP-Rezeptor-Blocker). Er wird zur Prävention ischämischer Ereignisse unter anderem bei Patienten mit KHK oder pAVK (insbesondere nach Stent-Implantation) eingesetzt.

2 Chemie

Clopidogrel ist ein Thienopyridin-Derivat, das chemisch mit dem Ticlopidin verwandt ist.

3 Wirkmechanismus

Bei Clopidogrel handelt es sich um ein Prodrug. Der pharmakologisch aktive Metabolit entsteht in der Leber durch Oxidation und anschließende Hydrolyse im Cytochrom P450-System (durch CYP2C19-Enzyme). Er blockiert die Bindung von Adenosindiphosphat (ADP) an seinen Thrombozytenrezeptor (P2Y12-Rezeptor). Dadurch wird die ADP-abhängige Thrombozytenaggregation über den Glykoprotein IIb/IIIa-Rezeptorkomplex unterbunden.

Der Wirkmechanismus unterscheidet sich von der Acetylsalicylsäure (ASS), welche die Thrombozytenaggregation über die Blockierung der Cyclooxygenasen hemmt, sowie von Abciximab, welcher den Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorkomplex direkt hemmt.

Die Blockierung des P2Y12-Rezeptors ist irreversibel. Die Gerinnungsfähigkeit stellt sich daher erst mit der Neubildung von Thrombozyten im Laufe von 5 bis 7 Tagen wieder ein.

Bei Clopidogrelgabe muss die Möglichkeit eines "poor metabolizers" in Betracht gezogen werden, was zu einem verlangsamten Wirkeintritt führt. Dieser Effekt ist in Akutsituationen (z.B. akutes Koronarsyndrom) unerwünscht.

4 Indikation

Clopidogrel ist als Monotherapie zur Sekundärprophylaxe nach ischämischem Insult, Myokardinfarkt, im Fall einer Hämodialyse und bei Bestehen einer pAVK zugelassen. In Kombination mit ASS kann Clopidogrel auch bei akutem Koronarsyndrom eingestzt werden.

Off-label-Usage: bei ASS-Unverträglichkeit oder in Kombination mit ASS nach Interventionen, z.B. bei Koronarstent zur Reokklusionsprophylaxe.

5 Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Clopidogrel gehört auch Dyspnoe. Fundstelle aus dem Arzneitelegramm und der dazugehörigen Datenbank kann - falls dies noch nicht bekannt sein sollte - nachgeliefert werden. Es erscheint wichtig, eine durch Clopidogrel verursachte Dyspnoe von der durch Herzinsuffizienz verursachten, abgrenzen zu können.
#1 am 16.04.2016 von Franz Eichenseher (Medizinjournalist)

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