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Chemoimmunkonjugat

Englisch: armed antibody, antibody–drug conjugate, ADC

1 Definition

Chemoimmunkonjugate, auch als bewaffnete Antikörper bezeichnet, sind Fusionsmoleküle bzw. Immunkonjugate, bei denen ein Antikörper gegen ein bestimmtes körpereigenes Protein mit einem zytotoxischen Arzneistoff (Zytostatikum) gekoppelt wird. Auf diese Weise kann der Arzneistoff gezielter an pathologisch verändertes Gewebe herangeführt werden.

2 Aufbau

Chemoimmunkonjugate bestehen aus zwei Komponenten, die durch Linkermoleküle miteinander verbunden sind. Eine Komponente ist in der Regel ein monoklonaler Antikörper oder dessen Fragment. Dieses Trägermolekül bindet als Ligand an die Zielstruktur auf der Zellmembran der Krebszelle. Dabei handelt es sich meist um Glykoproteine, die im Idealfall nur auf der Zelloberfläche bestimmter Krebszellen exprimiert werden. An das Trägermolekül ist als zweite Komponente ein hoch wirksames Zytostatikum gekoppelt. In der gekoppelten Form ist dieser Wirkstoff nicht zytotoxisch.

Der Linker ist so konstruiert, dass eine möglichst stabile Bindung zwischen Antikörper und Zytostatikum besteht, die erst intrazellulär, d.h. nach Aufnahme des Chemoimmunkonjugats in die Zelle, gespalten wird.

3 Beispiele

4 Literatur

  • Danielli R, Patuzzo R, Ruffini PA, Maurichi A, Giovannoni L, Elia G, Neri D, Santinami M: Armed antibodies for cancer treatment: a promising tool in a changing era. Cancer Immunol Immunother. 2015 Jan; 64(1):113-21. doi: 10.1007/s00262-014-1621-0. Epub 2014 Oct 15.

Fachgebiete: Pharmakologie

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