Ibritumomab-Tiuxetan
Handelsname: Zevalin®
Definition
Ibritumomab-Tiuxetan ist ein Immunkonjugat, das zur Gruppe der so genannten bewaffneten Antikörper gehört. Es besteht aus einem murinen monoklonalen Antikörper, dem Ibritumomab, und kovalent gebundenem Tiuxetan.
Hintergrund
Ibritumomab ist wie Rituximab gegen das Oberflächenantigen CD20 gerichtet, welches hauptsächlich von B-Lymphozyten exprimiert wird. Tiuxetan ist ein sog. Chelator, der z.B. radioaktive Isotope wie 90Yttrium komplexieren kann. Durch die Bindung des Antikörpers an die Zelloberfläche erreicht man mit diesen Radioimmunkonjugaten eine zellnahe Bestrahlung.
Nomenklatur
Der Name des Antikörpers "Ibri-tum-o-mab" setzt sich nach den Regeln der Terminologie für monoklonale Antikörper zusammen:
- Ibri - Variable, vom Hersteller festgelegt
- tum - für "Tumor"
- o - für "mouse"
- mab - für "monoclonal antibody"
Herstellung
Ibritumomab wird wie Rituximab aus Ovarialzellen chinesischer Hamster, den CHO-Zellen, gewonnen.
Indikationen
Ibritumomab-Tiuxetan wird zur Radioimmuntherapie in folgenden Indikationen eingesetzt:
- Rezidiviertes oder therapierefraktäres follikuläres Non-Hodgkin-Lymphom (CD20-positiv) nach mindestens einer Vortherapie
- Konsolidierungstherapie nach erfolgreicher Erstlinien-Chemotherapie bei follikulärem Lymphom
- Transformierte indolente B-Zell-Lymphome
- In Einzelfällen rezidivierte oder refraktäre CD20-positive indolente B-Zell-Lymphome anderer Subtypen