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Beckenübersichtsaufnahme

Synonym: "Beckenübersicht"
Englisch: AP pelvis view

1 Definition

Eine Beckenübersichtsaufnahme ist ein Röntgenbild der Beckenregion in a.p.-Projektion. Es dient der vollständigen, symmetrischen Darstellung des Beckens mit beiden Hüftgelenken incl. Trochanteren, Schenkelhälsen und Beckenschaufeln.

2 Technik

Der Patient befindet sich in Rückenlage mit gestreckten Beinen. Die Fußspitzen sollten etwa 20° in Innenrotation eingestellt werden. Der obere Kassetten- bzw. Detektorrand befindet sich etwa 2 QF oberhalb der Beckenkammhöhe. Außerdem ist ein Gonadenschutz (Hodenkapsel bzw. Ovarialprotektor) erforderlich. Die Belichtung erfolgt mit 75-90 kV.

Alternativ kann auch eine Aufnahme im Stand angefertigt werden. Dabei sollten sich die Großzehen berühren; der Abstand zwischen den Fersen beträgt ca. 4 cm.

3 Indikationen

Mögliche Indikationen für eine Beckenübersichtsaufnahme sind:

Häufig wird die Beckenübersichtsaufnahme mit weiteren Röntgenaufnahmen kombiniert (s.u.). Bei bestimmten Fragestellung ist die Durchführung einer CT oder MRT indiziert.

4 Beurteilung

Bei der Beurteilung der Beckenübersichtsaufnahme sind insbesondere die folgenden anatomischen Strukturen hilfreich:

In der Beckenübersichtsaufnahme kann die Überdachung des Hüftkopfs durch Messung des Azetabulumwinkels (AC-Winkel) oder des Center-Edge-Winkels nach Widberg (CE-Winkel) beurteilt werden. Die Konfiguration des Schenkelhalses wird mittels CCD-Winkels untersucht.

5 Weitere Röntgenaufnahmen

Varianten der Beckenübersichtsaufnahme sind:

  • Becken nach Martius: halbsitzende/-liegende Lagerung auf Untersuchungstisch, seitliches Abstützen mit beiden Händen, Hohlkreuz. Strahlengang ventrodorsal und senkrecht zum Film. Zentralstrahl auf Mitte der Symphyse und Kassettenmitte
  • Becken nach Guttmann: strenge Rechtsseitenlage mit gebeugtem Hüft- und Kniegelenk. Strahlengang seitlich und senkrecht zum Film. Zentralstrahl 2 QF unter Beckenkamm und 3 QF vor Dornfortsatzlinie. Belichtung mit 115 kV

Häufig wird die Beckenübersichtsaufnahme mit der Lauenstein-Aufnahme kombiniert. Ist schmerzbedingt die erforderliche Außenrotation nicht möglich, kommt die axiale Aufnahme des Hüftgelenks nach Sven Johansson zur Anwendung. In diesen Aufnahmen können v.a. Taillierungsstörungen ("Bump") bei femoroazetabulärem Impingement vom Cam-Typ dargestellt werden. Die Lauenstein-Aufnahme kommt auch bei der Verlaufskontrolle nach endoprothetischem Hüftgelenkersatz, bei Epiphyseolysis capitis femoris und Hüftkopfnekrosen zum Einsatz.

Zur Ergänzung der Aufnahmen in a.p.-Projektion kann anhand der Inlet-Aufnahme (Pennal I) durch Angulation des Zentralstrahls um 40° nach kaudal der Beckeneingang abgebildet werden. Die Outlet-Aufnahme (Pennal II) entsteht durch Angulation von 40-60° nach kranial. Weitere Röntgenaufnahmen des Beckens bzw. der Hüfte sind:

Fachgebiete: Radiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Januar 2021 um 15:10 Uhr bearbeitet.

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