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Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (Katze)

Synonym: ARVC
Englisch: arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy

1 Definition

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, kurz ARVC, ist die am seltensten auftretende Kardiomyopathie bei der Katze. Sie ist durch Kontraktilitätsverlust und Dilatation des rechten Ventrikels (Ventriculus cordis dexter) gekennzeichnet.

2 Vorkommen

Es sind keine Geschlechtsprädispositionen bekannt. Die Erkrankung tritt ausschließlich bei adulten Katzen auf.

3 Ätiologie

Die Ätiologie ist bisher (2021) noch nicht bekannt.

4 Pathogenese

Das Myokard atrophiert und wird dann durch Fett- und Bindegewebe ersetzt. Durch den Funktionsverlust kommt es zur Dilatation des rechten Ventrikels. Infolgedessen wird die Trikuspidalklappe insuffizient und das rechte Atrium (Atrium cordis dextrum) dilatiert. Im fortgeschrittenem Stadium führt das rechtsseitige kongestive Herzversagen zum Pleuraerguss bzw. zum Aszites.

Durch den fettigen bzw. fibrösen Myokardersatz sowie die Vorhofdilatation kommt es bei vielen Patienten zu verschiedenen supraventrikulären bzw. ventrikulären Arrhythmien.

5 Klinik

Manche Patienten bleiben lebenslang asymptomatisch. Viele Tieren werden jedoch mit Dyspnoe, Tachypnoe, Apathie, Inappetenz und einem umfangsvermehrtem Abdomen (Aszites) klinisch manifest.

6 Diagnostik

Die Diagnose kann in der Regel mithilfe eines Thoraxröntgens, Elektrokardiogramms und einer Echokardiografie gestellt werden.

Im Röntgen zeigt sich charakteristischerweise eine deutliche Vergrößerung des rechten Herzens und eine Verbreiterung der kaudalen Hohlvene (Vena cava caudalis). Ein zusätzlich vorliegender Liquidothorax, eine Hepato- und/oder Splenomegalie sowie ein Aszites können auf ein Rechtsherzversagen hindeuten.

Im EKG lassen sich verschiedene Veränderungen feststellen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die verschiedenen Veränderungen nicht spezifisch für eine ARVC ist und daher nicht als alleinige Diagnosekriterien herangezogen werden dürfen. Mögliche Pathologien sind:

Mithilfe der Echokardiografie lässt sich die Diagnose in der Regel sichern. Folgende Befunde weisen auf die Erkrankung hin:

7 Therapie

Zur Therapie des Herzversagens kommen Diuretika (z.B. Furosemid), ACE-Hemmer, Spironolacton (außer bei Maine Coone Katzen) und Pimobendan zum Einsatz. Mögliche Arrhythmien müssen entsprechend (z.B. Diltiazem bei Vorhofflimmern) behandelt werden.

8 Quellen

  • Schmidt V, Horzinek MC (Begr.), Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2015. Krankheiten der Katze. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG. ISBN: 978-3-8304-1242-7.
  • Kresken J, Wendt R, Modler P (Hrsg.). Praxis der Kardiologie Hund und Katze. 2., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019. doi:10.1055/b-006-166351

Diese Seite wurde zuletzt am 3. November 2021 um 15:15 Uhr bearbeitet.

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