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Schlaf

1 Definition

Der Schlaf ist ein immer schnell reversibler Zustand verminderten Bewusstseins und existiert bei allen Säugetieren und wahrscheinlich allen Wirbeltieren.

2 Merkmale

  • Es lassen sich im EEG typische elektrophysiologische Aktivitäten des Gehirns nachweisen
  • Physiologisch sinken Atemfrequenz, Puls und Blutdruck. Sehnenreflexe fallen aus und die Pupillen verengen sich, sind jedoch lichtreagibel.
  • Ein Mensch verschläft ca. 1/3 seines gesamten Lebens
  • Das schlafende Individuum hat eine reduzierte Aufnahme- und Antwortbereitschaft für/auf die Umgebungsreize und somit ein geringeres Interaktionspotential mit der Umwelt, reduzierte Stoffwechselvorgänge und eine erniedrigte Körperkerntemperatur
  • Es lassen sich charakteristische und rhythmisch auftretende Schlafzyklen sowie alterstypische Schlafprofile definieren.

3 Schlafarchitektur

Den durch Messung biologischer Parameter bestimmbaren Ablauf des Schlafes bezeichnet man als Schlafarchitektur. Heute (2005) geht man im Allgemeinen von 5 Stadien aus:

4 Schlafbedürfnis

Ältere Menschen schlafen weniger tief und selten durch. Die gesamte Schlaflänge entspricht der junger Erwachsener. Aus Schlafmangel resultieren eine längere Reaktionszeit, vermindertes Konzentrations- und Urteilsvermögen, Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und sogar Halluzinationen.

Der versäumte Schlaf wird in den folgenden Nächten nachgeholt. Der längste unter klinischen Bedingungen dokumentierte permanente Schlafentzug betrug 11 Tage und konnte ohne negative Folgen für die Probanden innerhalb 5 Tage nachgeholt werden.

5 Funktion des Schlafens

Die wirklichen Gründe sind noch nicht wirklich bekannt, sind wir doch verletzlich und erbringen keine Leistung, wenn wir schlafen.

Potentielle Gründe sind jedoch:

  • Auffüllen der Energiereserven (z.B. Glykogen im Gehirn)
  • Energieersparnis (die Nächte sind meistens kälter)
  • Stärkung des Immunsystems, Ratten entwickeln nach komplettem Schlafentzug schwere Infektionen

6 Biochemische Schlafgrundlagen

Schlaf bedeutet in keinster Weise eine einfache Reduktion der Gehirnfunktionen, vielmehr handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Zentren, deren Aktivität abhängig sich vom Wachheitsgrad oder Schlafphase periodisch ändert. Nur so kann die lebensnotwendige Anpassung an einen 24 Stunden-Tag erfolgen:

7 Schlafarten in verschiedenen Spezies

  • Die Art des Schlafes ist streng abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Spezies
  • Tiere. die während des Schlafes äußerst gefährdet sind, schlafen nur in kurzen Perioden, z.B. Kanninchen nie länger als 5 Minuten ununterbrochen. Kleinste Säugetiere schlafen kaum!
  • Bei Delphinen wechseln sich die Gehirnhemisphären ab: Eine schläft, während die andere wach bleibt.

8 Schlafsteuerung

Der Schlaf wird durch eine Reihe verschiedener Faktoren gesteuert, z.B.:

  • Tageslicht: zirkadianer Rhythmus mit fester Abfolge von Tag- und Nachtphasen
  • soziale und übrige tägliche Aktivitäten (Schlaf als tägliches Ritual)
  • innere Uhr, sogennante Zirkadiane Uhr
  • äußere Faktoren, wie Medikamente, Rausch- und Genussmittel

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