Synonym: Vorale Hepatitis
Englisch: viral hepatitis


Die Virushepatitis ist als systemische Virusinfektion mit überwiegender Entzündung der Leber definiert. Eine Virushepatitis wird durch Hepatitisviren hervorgerufen.
Eine Virushepatitis wird insbesondere durch die Hepatitisviren A-E hervorgerufen und entsprechend bezeichnet:
Weiterhin gibt es in etwa 5 % der Fälle typische Virushepatitiden mit Viren, die als Hepatitis-F-Virus und Hepatitis-G-Virus bezeichnet werden.
Hepatitisviren schädigen zumeist nicht die Hepatozyten selbst, sondern verändern die Oberflächenantigenstrukturen, sodass körpereigene T-Lymphozyten die Hepatozyten atackieren.
Bei einer Virushepatitis sieht man im histologischen Schnitt Leberzellnekrosen, welche - abhängig vom Erreger und vom Schweregrad der Erkrankung - die Form von Einzelzellnekrosen, multilobulären Nekrosen oder Mottenfraßnekrosen annehmen können.
Die einzelnen Hepatitisformen zeigen im Akutstadium eine ähnliche Symptomatik. Unterschiede bestehen in der Wahrscheinlichkeit der Chronifizierung. Eine chronische Hepatitis tritt bei Hepatitis B und C eher auf als bei der Hepatitis A.
Nach der Erstinfektion mit einem Hepatitisvirus kommt es in der Regel zu eine über Tage bis Wochen andauerndes Prodromalstadium mit unspezifischer, oft auch milder Symptomatik bestehend aus:
Die Zuordnung dieser inkonstanten Symptomatik zu einer Hepatitis ist schwierig und gelingt daher selten.
Die Manifestation der Vorushepatitis kann in unterschiedlicher Art und Weise erfolgen. Gängige Verlaufsformen und ihre Charakteristika sind:
Selten kommt es im Verlauf einer Virushepatitis (v.a. Hepatitis B) zur Beteiligung weiterer Organe. Manifestationen können unter anderem sein:
Leitbefund ist eine Erhöhung der Transaminasen auf das 15-20-fache des Maximalwertes. Zudem kommt es regelhaft zu einer Hyperbilrubinämie und dem Nachweis von Bilirubin und Urobilinogen im Urin.
Weitere Laborbefunde sind:
Bei einer fulminanten Hepatitis kommt es neben den klinischen Zeichen des Leberversagens zu einer Verminderung der Cholinesterase, des Quick-Wertes und des Albumins.
Zur Diagnose der Form der Hepatitis müssen in der Serologie spezifische Antikörper oder Virusbestandteile per PCR nachgewiesen werden. In Abgrenzung zu einer Autoimmunhepatitis können Autoantikörper (u.a. ANA, Lebermembranantikörper) bestimmt werden.
Bei Zeichen einer fulminanten Hepatitis sollte eine intensivmedizinische Betreuung eingeleitet werden. Weiterhin sollte ein starkes Erbrechen mit Dehydratation und Alkalose bei Bedarf stationär behandelt werden. Eine spezifische antivirale Therapie ist nicht für alle Hepatitisviren etabliert und muss individuell entschieden werden.
Allgemeine Therapieprinzipien sind:




DBI Der Bayerische Internist - Heft 05/2007 Infektionen Herausforderung in Klinik und Praxis, Teil I
Zeitschrift für Klinik und Praxis
1,99 € pro Artikel
|
Daten werden geladen... |
