28.628 Aufrufe
Englisch: ventricular tachycardia


Ventrikuläre Tachykardien sind tachykarde Arrhythmien des Herzens mit Ursprung distal des His-Bündels. Eine ventrikuläre Tachykardie ist stets als Notfall zu betrachten.
Grundsätzlich kann man je nach Kammerfrequenz drei Ausprägungen der ventrikulären Tachykardie unterscheiden:
Eine Sonderform der ventrikulären Tachykardien ist das QT-Syndrom mit Torsade-de-Pointes-Tachykardien.
Eine ventrikuläre Tachykardie entsteht meistens auf dem Boden einer koronaren Herzerkrankung. Weitere mögliche Ursachen sind unter anderem:
Etwa 5 % der ventrikulären Tachykardien haben eine unklare Ätiologie. Sie werden daher als idiopathisch bezeichnet.
Eine ventrikuläre Tachykardie entsteht meistens durch kreisende Erregungen (Reentry-Mechanismus). Seltener kann eine gesteigerte Automatie (Erregungsbildung in der Kammer) des Myokards verantwortlich sein.
Bei leichten Formen der ventrikulären Tachykardie (bis 150/min) ist der Patient in der Regel zunächst wenig beeinträchtigt. Erst bei längerem Bestehen kann es zu Pumpversagen und Dekompensation (Folge: Lungenödem) kommen.
Schwere Formen (Kammerflimmern, Kammerflattern) führen insbesondere bei vorliegenden kardialen Grunderkrankungen zu einem Versagen der Pumpfunktion und somit zum Kreislaufstillstand. Dadurch kommt es zum Bewusstseinsverlust (Synkope) und Schock (kardiogener Schock).
Die Diagnose einer ventrikulären Tachykardie kann per EKG gestellt werden. Typisch sind breite, verzerrte Kammerkomplexe (QRS > 0,14s), die ohne Zusammenhang zur Vorhofaktion (AV-Dissoziation) in Erscheinung treten.
Im Rahmen einer ventrikulären Tachykardie können einzelne Vorhofaktionen übergeleitet werden und zu einem normal konfigurierten QRS-Komplex führen. Diese werden dann als "capture beats" bezeichnet.
Eine supraventrikuläre Tachykardie mit aberranter Leitung kann eine ventrikuläre Tachykardie vortäuschen.
Bei versagender Pumpfunktion infolge ventrikulärer Tachykardien sind Kardioversion oder Defibrillation die Verfahren der Wahl.
Bei der Kardioversion wird ein Gleichstromstoß EKG-gesteuert in die nichtvulnerable Phase der Herzaktion getriggert. Sie ist daher vor allem bei niedrigfrequenten Formen der ventrikulären Tachykardie mit hämodynamischer Instabilität geeignet. Einem durch diesen Stromstoß ausgelösten Kammerflimmern kann dadurch vorgebeugt werden.
Bei Bewusstlosigkeit oder bereits bestehendem Kammerflattern/Kammerflimmern sollte ohne EKG-Synchronisation sofort defibrilliert werden.
Versagt die Defibrillation oder steht kein Defibrillator zur Verfügung können Antiarrhythmika verabreicht werden. Geeignet ist dafür vor allem das Amiodaron (300 mg i.v. als Bolus), welches nach derzeitiger Studienlage (2005) die besten Ergebnisse vorweisen kann. Alternativ kann Lidocain i.v. (1 mg/kg Körpergewicht über 5 min) verabreicht werden.
Rezidivierendes Kammerflimmern oder ventrikuläre Tachykardien außerhalb eines Infarktgeschehens, die medikamentös nicht sicher zu beherrschen sind, stellen eine Indikation zur Implantation eines Kardioverter-Defibrillators dar. Dieser defibrilliert bei Bedarf automatisch.




![]() | Koronare Herzkrankheit 24.06.2009, Prof. Dr. Paul Schmitz-Moormann Dauer: 26:53 min |


Defibrillator Schiller Fred easyport
der erste Taschen-Defibrillator der Welt
brutto: ab 2.963,10 €
|
Daten werden geladen... |
