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Uterus myomatosus

Synonym: Uterusmyomatose
Englisch: uterine myoma

1 Definition

Als Uterus myomatosus bezeichnet man die Vergrößerung der Uterus durch mehrere Uterusmyome.

ICD-10-Code: D25.9 - Mehrknolliger Uterus myomatosus

2 Epidemiologie

Zu den häufigsten benignen Tumoren der Frau gehören die Myome. Postmortal können durch die Obduktion bei jeder vierten Frau über 30 Jahren Myome nachgewiesen werden. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Sie kommen bei Nulliparae häufiger vor als bei Frauen mit Kindern.

3 Ätiologie

Die Ursache ist unklar, es ist jedoch gesichert, dass Östrogen stimulierend auf das Wachstumsverhalten wirkt. Es wurde inzwischen widerlegt, dass es zu einen verstärken Wachstum in der Schwangerschaft kommt. Es wird dann vielmehr vermehrt Wasser im Gewebe eingelagert. In der Postmenopause kommt es dagegen zu Myomrückbildung. In der Postmenopause kommt es ebensowenig wie im Kindesalter zu Myomneubildungen.

4 Pathogenese

Das Ausgangsgewebe für die Myome scheinen unreife Muskelzellen in der Nähe von Blutgefäßen zu sein. Myome, die einen hohen Anteil bindegewebiger Komponenten besitzen, werden als Leiomyofibrome bezeichnet.

5 Formen und Lokalisation

Myome wachsen in der Regel langsam. Sie können gut sonographisch dargestellt werden und so im Verlauf kontrolliert werden. Bei raschem Wachstum außerhalb der Schwangerschaft sollte an die seltene Möglichkeit des malignen Leiomyosarkoms gedacht werden, dies kommt jedoch nur bei 0,1% der Myome vor.

Anhand der Lokalisation werden drei Wachstumsformen unterschieden:

  • intramurales Wachstum
  • suberöses Wachstum
  • submuköses Wachstum

Am häufigsten sind intramurale Myome. Diese wachsen in der Uteruswand. Wenn sie klein sind, verändern sie die Form des Uterus nicht, bei zunehmender Größe kann es zu sackförmigen Aushängungen kommen.

Die subserösen Myome wachsen Richtung Serosa. Bei Größenzunahme können sie soweit nach außen wachsen, dass sie nur noch über einen Stiel mit dem Uterus verbunden sind (gestieltes Myom).

Submuköse Myome wachsen Richtung Cavum uteri. Sie kommen sehr selten vor (5% der Myome), machen jedoch früh Beschwerden. Auch submuköse können als gestielte Myome auftreten und so bis in die Cervix uteri hineintreten.

6 Sekundärerscheinungen

Es gibt verschiedene Veränderungen, die durch mangelnde Durchblutung des Myoms auftreten können:

  • Erweichung (hyaline Degeneration)
  • Kalzifikation
  • Infektion (Vereiterung oder Verjauchung) durch aufsteigende Bakterien
  • Nekrosen durch Stieldrehung
  • Hohlraumbildung (zystische Degeneration)
  • parasitäre Myome können sich vollständig vom Uterus und dessen Blutversorgung ablösen und mit anderem Gewebe verwachsen

7 Symptome

Häufig ist der Uterus myomatosus ein Zufallsbefund.

Es können aber auch Symptome auftreten, die abhängig von der Lokalisation der Myome sind:

8 Diagnostik

Zur Darstellung und Kontrolle genügen Anamnese, körperliche Untersuchung und Vaginalsonographie.

9 Therapie

Grundsätzlich sind nur symptomatische Myome behandlungsbedürftig. Liegen keine Symptome vor, reicht eine regelmäßige Kontrolle. Ausnahme ist das Leiomyosarkom, welches operativ entfernt werden sollte.

9.1 Operative Therapie

Bei Vorliegen oben genannter Symptome und bei Verdacht auf ein Leiomyosarkom ist eine operative Therapie anzustreben.

Bei Blutungsstörungen wird vor der operativen Entfernung eine fraktionierte Abrasio durchgeführt, um ein Endometriumkarzinom als Ursache auszuschließen, denn in 2% der Fälle ist ein Uterus myomatosus mit dem Endometriumkarzinom vergesellschaftet.

Bei Kinderwunsch wird eine uteruserhaltende Therapie durchgeführt. Häufig erfolgt die Myomentfernung dann mittels Einsatzes der so genannten Laparoskopie.

Bei abgeschlossener Familienplanung wird eine Hysterektomie durchgeführt.

9.2 Medikamentöse Therapie

Durch Gabe von Danazolen, GnRH-Analoga oder -Antagonisten sowie Progesteron-Rezeptor-Modulatoren (z.B. Ulipristalacetat) können die Myome vorübergehend verkleinert werden. Nach Absetzen der Therapie ist dieser Effekt reversibel. Vor einer Operation ist eine Verkleinerung nicht zu empfehlen, da das Myom dann schwerer aus der Kapsel geschält werden kann.

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Fachgebiete: Gynäkologie

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