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Spirocerca lupi

1 Definition

Als Spirocerca lupi bezeichnet man Nematoden (Rundwürmer) der Ordnung Spirurida. Sie sind Erreger der Spirocercose der Caniden (Hunde) und Feliden (Katzen).

2 Taxonomie

3 Erreger

Spirocerca lupi ist ein rötlich und kompakt erscheinender Nematode mit einer Länge von ca. 50 mm (Männchen) bzw. 80 mm (Weibchen).

Die Eier sind dickschalig, ca. 35 x 15 µm groß und enthalten bei der Ablage bereits eine Erstlarve (L1).

4 Entwicklung

Nachdem die Weibchen ihre Eier im Verdauungstrakt der Hunde bzw. Katzen abgelegt haben, gehen diese mit dem Kot der Wirte ab. Koprophagen Zwischenwirte (Käfer) nehmen die larvenhaltigen Eier auf, sodass in ihnen die Entwicklung zur Drittlarve (L3) stattfinden kann.

Durch die Aufnahme larvenhaltiger Käfer durch geeignete Endwirte schlüpfen die Larven im Magen aus den Eihüllen, um kurz darauf in die Arterien der Magenwand einzudringen. Anschließend wandern sie binnen 3 Wochen bis zur Brustaorta, um dort in die Gefäßwand einzudringen. Nach der vierten Häutung wechseln die Parasiten zum benachbarten Ösophagus, um sich in der Submukosa anzusiedeln. Da die Parasiten Gewebereaktionen hervorrufen, kommt es zur Bildung von Knoten, die bis zur Größe eines Golfballes heranwachsen können. Diese Knoten bestehen zum Großteil aus einer schmierig-bröckeligen Masse, die mehrere Würmer enthalten können.

Die Präpatenz beträgt zwischen 5 und 6 Monate. Als paratenische Wirte können Eidechsen, Vögel und Nager in Frage kommen.

5 Vorkommen

Spirocerca lupi kommt vorwiegend in subtropischen und tropischen Regionen vor. Sie befallen Hunde sowie wild lebende Caniden und Feliden und treten auch vereinzelt bei Füchsen in der Südschweiz auf.

6 Epidemiologie

Untersuchungen zufolge beträgt die Prävalenz bei Hunden in manchen Regionen 60 bis 80 %. In seltenen Fällen können auch Wiederkäuer und Pferde infiziert werden.

Spirocerca arctica kann hauptsächlich bei Caniden in Nordosteuropa gefunden werden.

7 Klinik

Durch das Einwandern der Parasiten in die Aortawand entstehen Narben, die prädisponierend für Aortenaneurysmen sind. Die Knoten im Ösophagus können zu Schluckbeschwerden und Erbrechen führen. Durch entstandene Läsionen in den Wurmknoten können oftmals Anämien beobachtet werden.

Eine Infektion mit Spirocerca lupi begünstigt die Bildung von Fibro- und Osteosarkomen.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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