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Solifenacin

Synonyme: (1S,3′R)-1-Azabicyclo[2.2.2]oct-8-yl-1-phenyl-3,4-dihydro-1H-isochinolin-2-carboxylat, Solifenacinsuccinat, YM905
Handelsnamen: Vesicare®, Vesikur®
Englisch: solifenacin

1 Definition

Solifenacin ist ein Wirkstoff aus der zur Gruppe der Parasympatholytika, der zur Behandlung einer hyperaktiven Blase eingesetzt wird.

2 Chemie

Solifenacin findet in der Pharmazie als Salz der Bernsteinsäure (Solifenacinsuccinat) Verwendung. Deswegen werden hier die chemischen Eigenschaften beider Stoffe beschrieben.

Solifenacin ist ein tertiäres Amin und ein Phenylchinolinderivat. Es liegt als gelbes Öl mit der Summenformel C23H26N2O2 vor und hat eine molare Masse von 362,47 g·mol-1.

Bei Solifenacinsuccina handelt es sich um leicht gelbliche Kristalle mit der Summenformel C23H26N2O2C4H6O und einer molaren Masse von 480,55 g·mol-1. Der Schmelzpunkt wurde mit ca. 143 °C bestimmt.

3 Wirkmechanismus

Solifenacin agiert als kompetitiver Rezeptorantagonist für den muskarinergen Acetylcholinrezeptor, hauptsächlich für den Subtyp M3. Dieser Subtyp ist bei Aktivierung für die Kontraktion der glatten Muskulatur des Detrusormuskels verantwortlich. Indem Solifenacin den Muskarinrezeptor M3 hemmt, sinkt der Muskeltonus in der Blase, was es der Blase ermöglicht, größere Volumina aufzunehmen.

4 Pharmakokinetik

Solifenacin kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme oral eingenommen werden und erreicht seine maximale Konzentration im Blutplasma nach etwa 3 bis 8 Stunden. Die Plasmaproteinbindung beträgt circa 98%. Es wird in der Leber von CYP3A4 metabolisiert. Aufgrund einer hohen Eliminationshalbwertszeit, welche bei etwa 45 bis 68 Stunden liegt, ist eine einmalige Einnahme am Tag ausreichend. Der Wirkstoff oder dessen Metabolite werden über Harn oder Faeces ausgeschieden.

5 Klinik

5.1 Indikationen

Eine Verwendung von Solifenacin ist zur symptomatischen Behandlung eines imperativen Harndrangs, einer Pollakisurie sowie einer Dranginkontinenz bei hyperaktiver Blase angezeigt.

5.2 Kontraindikationen

5.3 Wechselwirkungen

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen bekannt. Da es jedoch in der Leber hauptsächlich von CYP3A4 umgesetzt wird, kann es bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol zur Akkumulation des Wirkstoffes im Körper kommen.

5.4 Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören:

Die Nebenwirkungen können auf die anticholinergen Eigenschaften von Solifenacin zurückgeführt werden, ihre Intensität ist dosisabhängig.


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