Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Shwachman-Bodian-Diamond-Syndrom

Synonyme: Oski-Khaw-Syndrom, Shwachman-Diamond-Syndrom

1 Definition

Das Shwachman-Bodian-Diamond-Syndrom, kurz SBDS, ist eine seltene angeborene Erkrankung, die in erster Linie durch eine exokrine Pankreasinsuffizienz und eine Neutropenie gekennzeichnet ist.

2 Epidemiologie

Die Inzidenz wird auf etwa 1/75.000 pro Jahr geschätzt. Das SBDS ist nach der zystischen Fibrose die zweithäufigste Ursache einer exokrinen Pankreasinsuffizienz im Kindesalter.

3 Ätiologie

Das SBDS wird autosomal-rezessiv vererbt. Die meisten Patienten weisen verschiedene heterozygote Mutationen im SBDS-Gen auf Chromosom 7 (Genlokus 7q11). Das Gen kodiert für das ubiquitäre SBDS-Protein, welches vermutlich für die Stabilität der Mitosespindel während der Zellteilung sowie für den Zusammenbau der ribosomalen Untereinheiten wichtig ist.

4 Klinik

Hauptmerkmale dieser Erkrankung sind eine exokrine Pankreasinsuffizienz sowie hämatologische Störungen.

4.1 Exokrine Pankreasinsuffizienz

Die exokrine Pankreasinsuffizienz entsteht durch einen Mangel an Azinuszellen. Sie führt zur Malabsorption. Bei einigen Patienten kann sich die Pankreasfunktion im Verlauf verbessern.

4.2 Hämatologische Störungen

Typische Manifestation der SBDS ist eine Neutropenie, die intermittierend auftreten oder persistieren kann. Als Folge steigt das Risiko für rezidivierende Infektionen. Im Verlauf kann eine Knochenmarkinsuffizienz mit aplastischer Anämie bzw. Panzytopenie auftreten. Ein Übergang in ein myelodysplastisches Syndrom oder in eine akute myeloische Leukämie ist möglich.

4.3 Weitere Manifestationen

5 Diagnostik

Die exokrine Pankreasinsuffizienz zeigt sich durch eine verminderte Konzentration der fäkalen Elastase. Mit einem Schweißtest kann eine zystische Fibrose ausgeschlossen werden. Im Blutbild zeigt sich eine Neutropenie, zum Teil auch Veränderungen der anderen Zellreihen. Die molekulargenetische Untersuchung sichert die Verdachtsdiagnose.

6 Therapie

Die exokrine Pankreasinsuffizienz wird durch eine Supplementierung der fehlenden Verdauungsenzyme behandelt. Schwere Skelettanomalien können einen chirurgischen Eingriff nötig machen. Die Neutropenie kann mit G-CSF behandelt werden. In einigen Fällen ist eine Stammzelltransplantation notwendig.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

9 Wertungen (4 ø)

12.253 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: