Sertralin
Handelsnamen: Zoloft® u.a.
Englisch: sertraline
Definition
Sertralin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) und gehört somit zu den Antidepressiva.
Hintergrund
Depressionen zeichnen sich vor allem durch fehlenden Antrieb und eine gestörte Stimmung aus. Dabei nimmt man an, dass neurobiologische Veränderungen verschiedener Systeme wie u.a. serotonerger und noradrenerger Signalwege im synaptischen Spalt im ZNS eine Rolle spielen, wobei die klassische Monoamin-Hypothese allein die Erkrankung nicht ausreichend erklärt. Auch Veränderungen der Rezeptoraktivität, neuronaler Plastizität und Stresshormonregulation können an der Pathophysiologie beteiligt sein. Ein Therapieziel von Antidepressiva ist es, die serotonerge (und indirekt weitere) Neurotransmission zu modulieren.
Wirkmechanismus
Sertralin hemmt den Serotonin-Transporter (SERT), der Monoamine wieder aus dem synaptischen Spalt aufnimmt. Durch die selektive Inhibition dieses Transportproteins werden abhängige Rezeptorsysteme beeinflusst, sodass langfristig adaptive Veränderungen (u.a. an 5-HT-Rezeptoren) resultieren, die mit der antidepressiven und anxiolytischen Wirkung in Verbindung gebracht werden. Außerdem ist Sertralin nur ein vergleichsweise schwacher Inhibitor einzelner CYP450-Enzyme (z.B. CYP2D6), wodurch es im Vergleich zu anderen Arzneistoffen aus dieser Gruppe (Fluoxetin, Paroxetin) zu weniger Nebenwirkungen und Arzneimittelinteraktionen kommen soll.
Indikationen
Mögliche Indikationen sind:[1]
Dosierung
Die Dosierung ist abhängig von der Indikation. Häufig wird initial eine Dosis von 25–50 mg verabreicht, die bis zu einer täglichen Maximaldosis von 200 mg gesteigert werden kann.[1]
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
- Schlaflosigkeit, Unruhe, aber auch Müdigkeit
- Übelkeit
- Blutungen
- Tremor
- Mundtrockenheit
- Schwitzen
- Serotonerges Syndrom
- QT-Zeit-Verlängerung
- sexuelle Funktionsstörung
- Hyponatriämie
- Absetzsymptome bei Beendigung der Therapie
Kontraindikationen
- Suizidgedanken
- gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern
Sertralin ist für die Anwendung während der Schwangerschaft nicht explizit zugelassen. Nach der aktuellen Datenlage (2026) zählt es jedoch aufgrund der guten Evidenz zur Wirksamkeit und vergleichsweise günstigen Sicherheitsbewertung zu den Antidepressiva der Wahl in der Schwangerschaft, sofern eine medikamentöse Therapie indiziert ist.[2]