Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Sirolimus

(Weitergeleitet von Rapamune®)

Synonym: Rapamycin
Handelsname: Rapamune®

1 Definition

Sirolimus ist ein Medikament aus der Gruppe der Immunsuppressiva, das aus Actinomyceten (Streptomyces hygroscopicus) gewonnen wird. Ein Derivat von Sirolimus ist Everolimus.

2 Wirkmechanismus

Sirolimus bildet einen Komplex mit dem Protein mTOR, was zu einer Hemmung der Cytokin-vermittelten Signaltransduktion führt. Die Deaktivierung von mTOR behindert zwei mTOR-abhängige Folgereaktionen des Zellstoffwechsels:

  • die Aktivierung und anschließende Proteinsynthese der S6-Kinase (p70S6K) und damit die Aktivierung des ribosomalen Proteins S6.
  • die Komplexbildung der p34cdc2-Kinase mit Cyclin E

Durch diese beiden Mechanismen stoppt Sirolimus die Progression der T-Lymphozyten von der G1-Phase in die S-Phase des Zellzyklus.

3 Indikationen

Das wichtigste Einsatzgebiet von Sirolimus ist die Verhinderung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen (z.B. nach einer Nierentransplantation). Hier wird der Wirkstoff meist in Kombination Glukokortikoiden und Ciclosporin eingesetzt.

Darüber verwendet man Sirolimus in der Kardiologie unter anderem zur Beschichtung von Stents. Hier enfaltet Sirolimus lokal eine antiproliferative und antiinflammatorische Wirksamkeit, welche im Vergleich zu konventionellen Metallstents die Häufigkeit von Restenosen vermindert.

4 Pharmakokinetik

Die Bioverfügbarkeit von Sirolimus bei oraler Gabe ist mit etwa 15% relativ gering. Die Resorption ist nahrungsabhängig. Sie zeigt hohe intra- und interindividuellen Unterschiede.

Die Halbwertszeit von Sirolimus beträgt 46-78 Stunden und die maximale Plasmakonzentration wird 1,4 Stunden nach Applikation erreicht. Die Metabolisierung von Sirolimus findet über CYP3A4 statt.

5 Dosierung

Nach der Transplantation werden einmalig peroral 6 mg verabreicht. Die Erhaltungsdosis beträgt 2-6 mg/d per os.

Diese Dosierungsangaben sind ohne Gewähr. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung des Herstellers.

6 Nebenwirkungen

Hämatologische Störungen, bakterielle Infektionen, gastrointestinale Beschwerden, Akne

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

13 Wertungen (2.69 ø)

35.561 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: