Linerixibat
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LoslegenHandelsname(n): Lynavoy®
Synonym: GSK-2330672
Englisch: linerixibat
Definition
Linerixibat ist ein Arzneimittel, das den ilealen Gallensäuretransporter inhibiert. Es wird zur Behandlung von cholestatischem Juckreiz bei erwachsenen Patienten mit primär biliärer Cholangitis eingesetzt.[1]
Chemie
Bei Linerixibat handelt es sich um ein Benzothiazepin-Derivat, das sowohl basische wie auch saure funktionelle Gruppen enthält. Die Löslichkeit in Wasser ist abhängig vom pH-Wert. Das Molekulargewicht beträgt 546,68 g/mol; die Summenformel lautet C28H38N2O7S.
Wirkmechanismus
Durch die Hemmung des ilealen Gallensäuretransporters reduziert Linerixibat die Rückresorption von Gallensäuren, wodurch sie verstärkt ausgeschieden werden. Durch die Reduktion der Gallensäurespiegel wird der Juckreiz bei Patienten mit cholestatischem Juckreiz gelindert. Der genaue molekulare Zusammenhang zwischen Gallensäure und Juckreiz ist nicht abschließend geklärt. Daher können auch andere Mechanismen für die Wirkung von Linerixibat nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit von Linerixibat ist mit 0,05 % sehr gering. Die Einnahme zum Essen kann die Resorptionsdauer verlängern und die Resorptionsmenge reduzieren. Die Plasmaproteinbindung beträgt 71,0 bis 76,4 % und die Eliminationshalbwertzeit 6,8 Stunden. Der Arzneistoff wird fast vollständig über den Stuhl ausgeschieden.
Indikationen
Linerixibat ist indiziert zur Behandlung des cholestatischen Juckreizes bei erwachsenen Patienten mit primär biliärer Cholangitis.
Darreichungsformen
Linerixibat ist als Filmtablette zu 40 mg formuliert.
Dosierung
Die empfohlene Dosierung beträgt 40 mg zweimal täglich, mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder einem Getränk (außer Wasser).
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- erhöhte Leberwerte (ALT, AST, Bilirubin, alkalische Phosphatase)
- Kopfschmerzen
- Dyspepsie
- gastroösophageale Refluxkrankheit
- abdominelle Distension
- Schwindel
- Arthralgie
- reduzierte Aufnahme und Plasmaspiegel von fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K)
- erhöhte Blutungsneigung
Cave: Als Klasseneffekt der IBAT-Inhibitoren wurde ein erhöhtes Risiko für Frakturen beschrieben, das mit der Vitamin-Malabsorption in Zusammenhang steht. Der Knochenstoffwechsel muss daher überwacht werden.
Wechselwirkungen
- Gallensäurebindende Harze wie Colestyramin binden Linerixibat und verringern dessen Wirkung. Zwischen den Einnahmen der Arzneimittel sollten mindestens vier Stunden liegen.
Kontraindikationen
Es bestehen keine formalen Kontraindikationen. Die Anwendung ist allerdings bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose oder vorbestehenden bzw. aktiven hepatischen Dekompensationsereignissen (z.B. Ösophagusvarizenblutung, Aszites, hepatische Enzephalopathie) nicht empfohlen, da Sicherheit und Wirksamkeit in diesen Populationen nicht untersucht wurden.
Zulassung
In den USA wurde Linerixibat am 19. März 2026 zugelassen. In Europa hat sich der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) am 23. Juli 2026 für eine Zulassung ausgesprochen. Die Substanz besitzt in den USA und der EU den Status eines Orphan-Arzneimittels.
Quellen
- ↑ Hirschfield GM, Bowlus CL, Jones DEJ, et al; GLISTEN Study Group. Linerixibat in patients with primary biliary cholangitis and cholestatic pruritus (GLISTEN): a randomised, multicentre, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2026;11(1):22-33.
Literatur
- Lynavoy (linerixibat). Prescribing Information. GlaxoSmithKline; 2026, abgerufen am 31.07.2026.