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Kindesmisshandlung

1 Definition

Bei einer Kindesmisshandlung handelt es sich um Verletzungen eines Kindes durch seine Eltern bzw. den entsprechenden Betreuer. Rund 2000 Fälle pro Jahr werden in Deutschland gemeldet, wobei die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle auf das 100fache geschätzt wird.

2 Ursachen

Die Ursachen können unterschiedlichen Ursprungs sein. Allgemein kommt es zu einer Abladung vorhandener Aggressionen seitens der Bezugsperson gegenüber einem Kind.

3 Diagnose

Bei einer Kindesmisshandlung kann man im Rahmen einer Anamnese oft Aufschluss über den Hergang erhalten. So sind Verletzungen zu beobachten, die kaum durch einen Sturz zustande gekommen sein können.

  • Sturzbedingte Verletzungen sind oft an Händen, insbesondere den Handinnenflächen, den Ellbogen, Knien, Schienbeinen, Nase und Stirn zu beobachten, da bei einem Sturz eine typische Reflexhaltung eingenomen wird.
  • Nicht-sturzbedingte Verletzungen kommen an der Ulna, Nase und den Augen, sowie auf der Vorderseite als auch der Rückseite des Oberkörpers vor. Hier macht der Arzt auch von der sogenannten Hutkrempenregel Gebrauch: Zieht man eine gedachte Linie am Kopf des Kindes, bei der ein Hut enden würde, so sprechen Verletzungen oberhalb dieser Linie, also vor allem im Bereich der Haare, für einen Missbrauch. Die Hutkrempenregel gilt jedoch nur für ein Sturzgeschehen zu ebener Erde und ist nicht zutreffend bei Sturzgeschehen mit gebeugter Körperhaltung beziehungsweise bei Stürzen von erhöhter Position.

Der Allgemeinzustand des Kindes ist ebenfalls von Bedeutung. Eine Unterernährung des Kindes oder auch psychische Zurückgezogenheit sind weitere Hinweise für eine Misshandlung.

4 Vorgehen

Wurden die Misshandlungsverletzungen als solche diagnostiziert, ist die Bezugsperson an einen Psychotherapeuten weiterzuleiten. So soll für ein weiteres friedliches Zusammenleben gesorgt werden. Auch das Kind braucht psychotherapeutische Hilfe. Nur als letzte Maßnahme kommt der Entzug des Sorgerechtes in Frage.

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