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Imidocarb

Handelsnamen: Imizol®, Carbesia®
Synonyme: Imidocarbdipropionat, Imidocarbum, Imidocarbi dipropionas
Englisch: imidocarbe

1 Definition

Imidocarb ist ein in der Veterinärmedizin eingesetzter Arzneistoff zur Therapie und Prophylaxe von Babesiosen bei Hunden, Pferden und Rindern. Eine Zulassung für humanmedizinische Behandlungen existiert nicht. Es handelt sich um ein Antiprotozoikum.

2 Chemie

Die Verbindung besitzt die Summenformel:

  • C19H20N6O

Die IUPAC-Bezeichnung des Moleküls ist 1,3-Bis[3-(2-imidazolin-2-yl)phenyl]harnstoff. Der Wirkstoff ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff. Bei Zimmertemperatur liegt Imidocarb als Feststoff vor. Erst bei Temperaturen von rund 350 °C beginnt die Zersetzung.

3 Wirkungsmechanismus

Der genaue Wirkungsmechanismus ist bisher noch nicht zweifelsfrei aufgeklärt worden. Als sicher gilt, dass sich die Wirkstoffmoleküle an die DNA der Krankheitserreger binden. Eine Transkription ist dann nicht mehr möglich, infolgedessen unterbleibt auch eine weitere Synthese von Nukleinsäuren. Man vermutet außerdem eine Hemmung der Polyaminsynthese. Beim Wirt erfolgt eine Hemmung der Cholinesterase, was typische Nebenwirkungen hervorruft.

4 Pharmakokinetik

Imidocarb wird nur sehr langsam im Organismus metabolisiert. Folglich ist die Zeitspanne zwischen Aufnahme und Ausscheidung im Vergleich mit den meisten anderen Arzneimitteln sehr lang. Die Halbwertszeit beträgt rund 3 Stunden. Etwa 90 % des Wirkstoffes werden renal ausgeschieden, der Rest mit dem Kot.

5 Indikationen

Imidocarb dient sowohl der prophylaktischen als auch der therapeutischen Anwendung gegen Babesiosen bei o.g. Tieren. Wirksam ist es außerdem bei folgenden Erkrankungen:

6 Darreichungsform

Vertrieben wird eine Lösung zur subkutanen oder intramuskulären Injektion. Bei Rindern darf Imidocarb ausschließlich subkutan verabreicht werden, bei Hunden und Pferden intramuskulär oder subkutan.

7 Dosierung

7.1 Pferde

  • Prophylaxe: 2 ml/100 kg Körpergewicht
  • Therapie: 2 ml/100 kg Körpergewicht

7.2 Rinder

  • Prophylaxe: 2,5 ml/100 kg Körpergewicht
  • Therapie: 1 ml/100 kg Körpergewicht

7.3 Hunde

  • Prophylaxe: 0,5 ml/10 kg Körpergewicht
  • Therapie: 0,25 ml/10 kg Körpergewicht

8 Nebenwirkungen

In vielen Fällen kommt es zu einer vorübergehenden Schwellung an der Einstichstelle, die auch schmerzhaft sein kann. Die weiteren Nebenwirkungen beruhen auf der systemischen Hemmung des Enzyms Cholinesterase und können durch Gabe von Atropin abgemildert werden. Hier sind zu nennen:

9 Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von Cholinesterase-Hemmern können die o.g. Symptomatik verstärken. Problematisch sind hier v.a. gegen Ektoparasiten wirksame Phosphorsäureester.

10 Kontraindikationen

Tiere in der Stillzeit sollten nicht mit Imidocarb behandelt werden, da der Wirkstoff in die Muttermilch gelangen kann.

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