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Interleukin-8

(Weitergeleitet von IL-8)

Synonyme: IL-8, CXC-Motiv-Chemokin-Ligand 8 (CXCL8), Neutrophile-aktivierendes Peptid I (NAP-1, nicht mehr gebräuchlich)
Englisch: interleukin-8

1 Definition

Interleukin-8, kurz IL-8, ist ein körpereigener Botenstoff, der zu den Zytokinen zählt. Interleukin-8 wird insbesondere von Endothelzellen, Monozyten, Epithelzellen und Fibroblasten synthetisiert.

2 Biochemie

Interleukin-8 ist ein basisches Polypeptid aus 79 Aminosäuren, das in dimerer und monomerer Form vorliegt. Es beinhaltet vier konservierte Cysteinreste, die über je zwei Disulfidbrücken verbunden sind. Das Interleukin entsteht durch Abspaltung einer Signalsequenz von einem Vorläuferpeptid mit 99 Aminosäuren. Extrazellulär unterliegt das Molekül an seinem N-Terminus weiteren Modifikationen, sodass verschiedene funktionsfähige Isoformen von 69 bis 79 Aminosäuren vorliegen. Die dominierende, vom Immunzellen produzierte Variante besteht aus 72 Aminosäuren.

Die Produktion von Interleukin-8 wird unter anderem durch Interleukin-1 und TNF-α induziert, während sie durch Interleukin-10 und Interleukin-4 gehemmt wird.

3 Funktion

Als lokaler Entzündungsmediator mobilisiert IL-8 durch chemotaktische Stimuli neutrophile Granulozyten und unterstützt ihre Degranulation. Neben der Stimulation von neutrophilen Granulozyten rekrutiert Interleukin-8 auch basophile Granulozyten und T-Lymphozyten.

Neben der proinflammatorischen Funktion hat Interleukin-8 auch eine Wirkung auf die Tumorgenese: Bei verschiedenen Tumorentitäten konnte eine Hochregulierung von IL-8 festgestellt werden. Man vermutet einen Einfluss auf das Tumorwachstum durch die Förderung von Angiogenese, genetischer Vielfalt, Proliferation, Immunevasion und Resistenzentwicklung des Tumors. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich Möglichkeiten neuer onkologischer Therapieansätze.[1]

4 Pharmakologie

Glukokortikoide wie Cortisol setzen vermehrt neutrophile Granulozyten frei, jedoch hemmen sie die Gewebsinfiltration. Die Adhärenz der neutrophilen Granulozyten an der Gefäßwand wird durch eine Hemmung der Ausbildung von Adhäsionsmolekülen wie ELAM-1 und ICAM-1 sowie durch eine Inhibition der IL-8-Bildung vermindert.

5 Quellen

  1. Asokan et al: CXCL8 Signaling in the Tumor Microenvironment Tumor Microenvironment, 2021

Fachgebiete: Immunologie

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Juli 2021 um 14:52 Uhr bearbeitet.

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