Hypokomplementämie
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von griechisch: „hypo-“ (zu wenig), lateinisch: „complementum“ (Ergänzung, von complere = ergänzen) sowie griechisch: „-ämie“ (das Blut betreffend)
Englisch: hypocomplementemia
Definition
Die Hypokomplementämie bezeichnet eine erniedrigte Konzentration bzw. Aktivität von Komplementfaktoren im Blut.
Hintergrund
Es handelt sich hierbei um einen Mangel spezifischer Proteine im Blutplasma, die zentrale Bestandteile des Immunsystems darstellen, indem sie die Wirkung von Antikörpern verstärken. Eine Hypokomplementämie kann durch einen erhöhten Verbrauch entstehen, ist jedoch nicht auf diesen Mechanismus beschränkt. Als alternative Ursache sind angeborene Komplementdefekte zu berücksichtigen.[1] Häufig entsteht dies durch Autoimmun- oder spezielle Nierenerkrankungen. Die Hauptkomponenten, die im Labor bestimmt werden, sind C3 und C4. Komplementfaktoren gehören zu den Akute-Phase-Proteinen. Bei akuten Infektionen hingegen steigen diese kurzfristig an. Somit können anhand der Werte Vorgänge im Körper beurteilt werden.
Messverfahren
Die quantitative Bestimmung von C3 und C4 erfolgt üblicherweise aus Serum oder Plasma mittels immunologischer Laborverfahren; für die funktionelle Komplementdiagnostik werden CH50 für den klassischen und AH50 für den alternativen Weg eingesetzt. Für die funktionellen Tests wird in der Regel Serum verwendet, das unter standardisierten präanalytischen Bedingungen gewonnen und rasch verarbeitet werden muss.[2][3]
Referenzbereiche
Referenzbereiche für C3 und C4 sowie für die funktionelle Komplementaktivität sind laborabhängig und methodenabhängig; es gelten daher die vom jeweiligen Labor angegebenen Referenzintervalle. Auch CH50 und AH50 müssen anhand des verwendeten Testverfahrens und des eingesetzten Probenmaterials interpretiert werden.[2][3]
Einschränkungen
Die Aussagekraft einzelner Komplementwerte ist begrenzt, da C3 und C4 als Akute-Phase-Proteine auf Entzündungen reagieren und funktionelle Tests von der Probenqualität abhängen. Präanalytisch sind insbesondere geeignete Probengewinnung, rasche Verarbeitung und die Beachtung methodenspezifischer Referenzwerte erforderlich; isolierte Einzelwerte erlauben ohne klinischen Kontext keine sichere Diagnostik.[2][4]
Quellen
- ↑ S3-Leitlinie: Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts, AWMF-Registernummer 189-003, Version 3.0, Stand 14.07.2025, abgerufen am 17.10.2026
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Modern Complement Analysis, Clin Diagn Lab Immunol, 2003, abgerufen am 17.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 Test Definition: AH50, abgerufen am 17.10.2026
- ↑ Elevated levels of C3, C4, and CH50 of the complement system in hypertension, Health Sci Rep, 2022, abgerufen am 17.10.2026