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Endothel

(Weitergeleitet von Gefäßendothel)

Synonym: Gefäßendothel
Englisch: Endothelium

1 Definition

Das Endothel ist eine dünne Schicht aus Endothelzellen, die das Innere (Lumen) von Blutgefässen auskleidet. Es dient als Barriere zum Gewebe, produziert aber z.B. auch Stickstoffmonoxid, welches der Regulation im Herz-Kreislauf-System dient.

2 Einteilung

2.1 Kontinuierliches Endothel

Das kontinuierliche Endothel ist eine besonders undurchlässige Form der inneren Auskleidung von blutleitenden Gefäßen. Eine wichtige Funktion liegt in der Bildung einer (Diffusions-) Barriere zwischen Blut und Gewebe - besonders auf Kapillarebene.

Kontinuierliche Kapillaren haben eine einheitlich dünne Endothelzellschicht und besitzen keine Unterbrechungen bzw. keine Poren. Charakteristisch ist die Ausbildung von besonders dichten Zell-Zell-Kontakten (Tight Junctions) zwischen den Endothelzellen.

Hochselektive transzelluläre Transportmechanismen dienen dem Stoffaustausch durch das Endothel, das für die meisten im Blut befindlichen Substanzen und Zellen undurchlässig ist. Zusätzlich sind die Endothelzellen - außer an Kapillaren des ZNS - reich an so genannten Caveolae.

Vorkommen:

2.2 Diskontinuierliches Endothel

Das diskontinuierliche Endothel ist eine besonders durchlässige Form des Endothels. Die Durchlässigkeit basiert auf den weiten löchrigen Abständen zwischen den meisten Endothelzellen. Charakteristisch ist die Ausbildung von sog. Poren, die sogar für Blutzellen zugänglich sind. Diese besondere Architektur grobmaschiger Zellkontakte dient v.a. dem parazellulären Transportweg. Kapillaren mit diskontinuierlichem Endothel ermöglichen einen ungehinderten Transport aller (Lebersinusoide) bzw. der meisten (Nierenglomerulus) Bestandteile des Blutes.

Vorkommen:

2.3 Fenestriertes Endothel

Das fenestrierte Endothel (von lateinisch: fenestra - Fenster) ist im Gegensatz zum kontinuierlichen Endothel besonders für Wasser und kleinere hydrophile Stoffe durchlässig. Als Besonderheit besitzt dieses Endothel 20-100 nm große Fenestrationen, die allerdings keine Diskontinuität in der Basalmembran aufweisen und nur durch sog. Diaphragmen verschlossen sind.

Die Diaphragmen eines solchen fenestrierten Endothels sind in etwa 4nm dick, bestehen aus Extrazellulärmatrix (Heparansulfat-Proteoglykan) und weisen eine negative elektrische Ladung auf.

Vorkommen:

3 Ausdehnung

Das Endothel hat bei Erwachsenen eine Oberfläche von 4.000 bis 7.000 m2, sein Gewicht beträgt ca. 1 kg.

4 Funktion

Das Endothel ist nicht nur eine einfache Begrenzung der Gefäßwand, sondern erfüllt eine Vielzahl physiologischer Funktionen. Dazu zählen unter anderem:

siehe auch: Endothelin-System

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