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Ektropiumoperation (Hund)

Synonym: Ektropiumchirurgie

1 Definiton

Ektropiumoperationen beim Hund sind verschiedene Operationstechniken, die bei einem nach außen gerollten Augenlid (Ektropium) zum Einsatz kommen.

2 Hintergrund

Als Ektropium bezeichnet man ein auswärts gerolltes Unterlid, das sowohl angeboren als auch erworben sein kann. Durch das unphysiologische Herabhängen des Unterlids geht Tränenflüssigkeit verloren, sodass sowohl die Konjunktiva als auch die Hornhaut gegen Austrocknung und Traumata ungeschützt ist. In weiterer Folge entwickelt sich eine chronische Konjunktivitis und/oder Keratitis.

3 Prinzip

Angeborene Ektropium-Formen sowie ein Ektropium durch Narbenbildung können durch eine Vielzahl von Operationstechniken bzw. durch die Kombination mehrerer Techniken behandelt werden. Das Ziel jeder chirurgischen Intervention ist das Erreichen eines normal langen Unterlids. Der Großteil der Techniken führen dabei zu einer Verkürzung und Verstärkung des betroffenen Augenlids.

Die Wahl des geeigneten Operationsverfahrens richtet sich einerseits nach der Spezies, andererseits nach dem Schweregrad und der genauen Position des Ektropiums. Die meisten Operationen werden an der lateralen Hälfte des Unterlids sowie im Bereich des lateralen Kanthus durchgeführt, um eine Beeinträchtigung des Nasentränenapparates und der Nickhaut zu vermeiden.

4 Indikation

Ektropiumoperationen werden deutlich seltener durchgeführt als Entropiumoperationen. Ein chirurgischer Eingriff ist jedoch dann indiziert, wenn das Ektropium zu Symptomen wie Konjunktivitis, kornealer Gefäßinjektion, Pigmentierung der Kornea sowie zu exfoliativer Blepharitis aufgrund von Epiphora führt.

5 Präoperative Maßnahmen

Sekundärerkrankungen wie z.B. Ulzera oder Konjunktivitis muss man vor der OP behandeln. Zusätzlich ist das gesamte Ausmaß des zu entfernenden Bereichs noch vor der Narkose festzulegen.

Bei einem bilateralem Ektropium ist der Patient in Bauchlage, bei einseitigem lateralem Ektropium hingegen in Seitenlage zu positionieren.

6 Techniken

Operationstechnik Ektropium-Form Prinzip
Trepanation leichte Form
Keilresektion mittelschwere bis schwere Form
  • Größe des entfernten Keils etwas geringer als angestrebte Lidverkürzung
  • dreieckiger Keil wird aus lateralem Lidteil reseziert
  • laterale Begrenzung vorab markieren (z.B. mit Klemme)
  • keilförmige Resektion durchführen (Basis bildet Lidrand)
  • Konjunktiva mit fortlaufender Naht adaptieren
  • Wundränder adaptierend mit Einzelheften fixieren
Konjunktiva-Resektion alleine oder in Kombination
  • Konjunktiva des ventralen Fornix mit Klemme für 30 Sekunden fixieren
  • anschließend Klemme lösen und markiertes Gewebe resezieren
  • Wunde mit fortlaufender Naht adaptieren
V-zu-Y-Korrektur narbiges Ektropium
  • distal des Ektropiums V-förmige Inzision setzen
  • Breite der Inzision etwas größer als die des Ektropiums
  • Inzision beginnt etwa 1 mm vom Augenlidrand entfernt
  • Hautlappen fast bis zur Basis am Augenlid unterminieren
  • Resektion des Narbengewebes
  • Y-förmiges Vernähen des dreieckigen Wundbetts (distal beginnen)
  • evtl. temporäre Tarsorrhapie durchführen
Modifizierte Technik nach Kuhnt-Szymanowski reduziert Narbenbildung und Kollateralschäden
  • Inzision ca. 3 mm distal des Lidrandes durch Haut und Musculus orbicularis oculi
  • Verlängerung der Inzision ca. 1 cm über lateralen Kanthus hinweg
  • zusätzliche Inzision parallel zum lateralen Lidrand (ca. 1/2 bis 3/4 der Länge des Unterlids)
  • Verlängerung der Inzision um 1,5 cm nach distal
  • Unterminierung des entstandenen Hautlappens
  • Resektion von überschüssigem Gewebe
  • Adaption der Tarsokonjunktiva mit fortlaufender Naht (ausgehend vom Lidrand)
  • Haut- und Muskellappen nach dorsolateral ziehen und überschüssiges Gewebe resezieren
  • Haut mit Einzelheften adaptieren
Laterale Blepharoplastik bei gleichzeitigem Entropium
  • Kombination mit Methode nach Hotz-Celsus
  • Resektion von überschüssiger Haut aus Ober- und Unterlid
  • Inzisionen treffen sich am lateralen Kanthus
  • Inzision vom lateralen Kanthus nach lateral bis Os temporale weiterführen
  • aus Musculus orbicularis oculi aus Ober- und Unterlid zwei gleich lange sich verbindende Streifen schneiden
  • Muskelstreifen bleiben an lateralen Kanthus fixiert
  • Enden der Muskelstreifen mit Nahtmaterial fixieren und nach lateral ziehen
  • Muskelstreifen am Periost des Os temporale mit Einzelheften fixieren
  • Haut mit Einzelheften Y-förmig vernähen

7 Komplikationen

8 Literatur

  • Fossum TW. 2007. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. München: Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag. ISBN: 978-3-437-57091-9

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Februar 2021 um 18:32 Uhr bearbeitet.

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