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Entropiumoperation nach Hotz-Celsus (Hund)

Synonym: Permanente Entropiumkorrektur

1 Definition

Die Entropiumoperation nach Hotz-Celsus ist eine Operationsmethode, die bei schweren Missbildungen des Augenlids und damit verbundenem Entropium beim Hund angewendet wird.

2 Indikation

Die Entropiumoperation nach Hotz-Celsus stellt die Standardoperation bei therapieresistentem und rezidivierendem Entropium dar. Sie kommt erst beim ausgewachsenen Tieren zum Einsatz.

3 Prinzip

Durch die Entropiumoperation wird eine Eversion (Auswärtsrollen) des betroffenen Augenlids erzielt. Der Grad der Eversion wird hierbei von der Menge des exzidierten Hautbereichs sowie von der Nähe der Inzision zum Lidrand bestimmt. Je näher die Inzision am Lidrand gesetzt wird, desto stärker ist die dadurch erreichte Eversion.

Leidet der betroffene Hund gleichzeitig an einer Distichiasis (zusätzliche Wimpernreihe aus den Meibom-Drüsen), kann parallel dazu eine tarsokonjunktivale Resektionstechnik oder eine Kryoablation durchgeführt werden.

4 Durchführung

4.1 Ober- oder Unterlid

Am narkotisierten Hund wird mithilfe einer Pinzette die Haut im Bereich des betreffenden Lids angehoben, sodass die Größe der zu entfernenden Hautellipse abgeschätzt werden kann. Anschließend wird das Augenlid durch das Einbringen einer Augenlidplatte nach Jaeger in den Bindehautsack und durch leichten Zug in der Lage stabilisiert. Zusätzlich kann über dem zu resizierenden Hautbereich auch eine gebogene Klemme plaziert werden, um zusätzlichen Schutz zu bieten.

Etwa 3 mm vom Lidrand entfernt inzidiert man über die gesamte Länge des Entropiums mit einem Skalpell (z.B. 15er-Klinge). Danach wird eine halbmondförmige zweite Inzision gelegt und der Hautstreifen entfernt. Bevor die Schnittlinien gesetzt werden, muss bei der Bemessung des Ausmaßes der chirurgischen Korrektur eine zusätzliche Eversion von 0,5 bis 1 mm bedacht werden, die sich im Rahmen der Wundheilung ergibt.

Bei Entfernen des Hautlappens dürfen der Musculus orbicularis oculi sowie die Konjunktiva nicht verletzt werden. Nach Blutstillung und Spülung wird der Defekt mit Einzelknopfheften aus nicht-resorbierbarem Nahtmaterial der Stärke 4-0 oder 5-0 von der Mitte der Inzision ausgehend verschlossen. Die Einzelhefte sollte man etwa in einen Abstand von 1,5 bis 3 mm setzen. Um eine nachträgliche Verletzung der Hornhaut zu vermeiden, kürzt man die zum Auge gerichteten Fadenenden auf 1-2 mm ein.

4.2 Lateraler Augenwinkel

Ist der Lidbereich v.a. im lateralen Augenwinkel eingerollt, kommt eine modifizierte Operationstechnik zum Einsatz. Anstelle der elliptischen Inzision wird bei lateralem Entropium ein Stück Haut in Form eines V oder einer Pfeilspitze entfernt. Zusätzlich verankert eine subkutane Naht den lateralen Kanthus. Diese Einzelnaht wird in Form einer U-Naht (horizontale Matratzennaht) in der Faszie des lateralen Kanthus und im Musculus orbicularis oculi über dem Ligamentum orbitale unterhalb des Hautschnitts und der Faszie gelegt. Die Naht bedeckt dabei das gesamte Ligamentum orbitale.

Alternativ zur Entropiumoperation nach Hotz-Celsus kann auch eine Y-zu-V-Korrektur durchgeführt werden. Diese Operationstechnik ist bei einem vernarbten Entropium indiziert.

5 Literatur

  • Fossum TW. 2007. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. München: Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag. ISBN: 978-3-437-57091-9

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Februar 2021 um 17:53 Uhr bearbeitet.

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