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Dulaglutid

Handelsname: Trulicity®
Englisch: dulaglutide

1 Definition

Dulaglutid ist ein Antidiabetikum aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten, das zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wird.

2 Chemie

Dulaglutid ist ein Fusionsprotein aus zwei identischen Ketten, verbunden durch Disulfidbrücken. Die Ketten bestehen u.a. aus einem GLP-1-Analogon sowie aus einer humanen Fc-Domäne von IgG4. Die GLP-1-Sequenz ist etwa 90 % homolog zu humanem GLP-1. Die Modifikation bewirkt einen verminderten Abbau des Moleküls durch das Enzym DPP-4. Dulaglutid besitzt eine molekulare Masse von ca. 63 kDa.

3 Wirkmechanismus

Dulaglutid ist ein langwirksamer GLP-1-Rezeptor Agonist. Der Wirkstoff bindet selektiv an den GLP-1-Rezeptor und bedingt dadurch eine glukoseabhängige Insulinsekretion aus den Beta-Zellen des Pankreas. Weiterhin wird die Glucagonsekretion aus den Alpha-Zellen des Pankreas und somit die Glucosefreisetzung in der Leber gesenkt und die Insulinsensitivität gesteigert.

Eine weitere Wirkung der GLP-1-Rezeptor Agonisten besteht in der Verlangsamung der Magenentleerung und in einer Erhöhung des Sättigungsgefühls. Durch diesen Nebeneffekt trägt Dulaglutid zu einer geringen Gewichtsreduktion bei, die durchschnittlich etwa 3 kg beträgt.

4 Pharmakokinetik

Nach subkutaner Gabe wird die maximale Plasmakonzentration von Dulaglutid nach 48 Stunden erzielt. Der Steady State wird bei Gabe von 1,5 mg/Wo nach 2-4 Wochen erreicht. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit beträgt 47-65 %.

Dulaglutid wird durch Proteasen in einzelne Aminosäuren zerlegt. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei ca. 4,5-4,7 Tagen.

5 Indikation

Dulaglutid ist indiziert bei Erwachsene mit unzureichend kontrolliertem Diabetes mellitus Typ 2 unterstützend zu Diät und körperlicher Aktivität:

6 Darreichungsform

Dulaglutid ist als Fertigpen mit 0,75 oder 1,5 mg Dulaglutid in 0,5 ml Lösung erhältlich. Der Arzneistoff wird subkutan in Abdomen, Oberschenkel oder Oberarm injiziert. Dulaglutid sollte kühl und vor Licht geschützt gelagert werden.

7 Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 0,75 mg einmal wöchentlich (Monotherapie) bzw. 1,5 mg/Wo (Kombinationstherapie). Die Dosis kann zu jeder beliebigen Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten gegeben werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen zählen gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Appetitminderung und Aufstoßen. Diese Nebenwirkungen treten insbesondere in den ersten Tagen nach der Initialdosis auf. Erbrechen kann gelegentlich zu einer Dehydrierung mit Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zu akutem Nierenversagen führen. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Fatigue, Sinustachykardie und das Auftreten eines AV-Blocks I°. Gelegentlich führt Dulaglutid zu einer Cholelithiasis oder einer Cholezystitis. In seltenen Fällen kann eine akute Pankreatitis oder eine anaphylaktische Reaktion auftreten.

9 Kontraindikationen

Aufgrund von fehlenden oder begrenzten Daten wird eine Anwendung bei terminaler Niereninsuffizienz sowie Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht empfohlen.

10 Zulassung

Dulaglutid ist seit 2015 in Deutschland zugelassen und wird durch den Hersteller Lilly vermarktet.

11 Nutzenbewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kommt in seiner Nutzenbewertung zu folgendem Schluss: Für die Kombination mit kurzwirksamem Insulin, mit oder ohne Metformin, gibt es einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Für die Kombination mit langwirksamem Insulin, für die Monotherapie und für Kombinationen mit einem oder zwei oralen Antidiabetika ist ein Zusatznutzen von Dulaglutid gegenüber der jeweiligen zweckmäßigen Vergleichstherapie dagegen nicht belegt.

12 Kosten

Die Jahrestherapiekosten für Dulaglutid liegen bei 2045,16 € pro Patient.

13 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 18. August 2020 um 12:03 Uhr bearbeitet.

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