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Contusio bulbi

Synonym: Augapfelprellung, Augenprellung
Englisch: contusio bulbi

1 Definition

Die Contusio bulbi oder Augapfelprellung ist ein stumpfes Trauma des Augapfels, das zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen kann.

2 Ursachen

Stumpfe Gewalteinwirkungen im Bereich des Augapfels (Bulbus) oder der Orbita sind die hauptsächlichen Ursachen einer Augapfelprellung. Diese können zum Beispiel in Form eines Faustschlags oder eines Schneeballwurfs erfolgen. Aber auch Sportverletzungen wie durch einen Tennisball sind möglich.

3 Symptome

Neben Schmerzen kann in Abhängigkeit des Schweregrades der Prellung das Sehvermögen beeinträchtigt sein. Vorübergehende Doppelbilder sind ebenfalls möglich.

4 Diagnose

Zunächst ist meistens eine starke Schwellung der Lider zu beobachten. Auch die Konjunktiva (Bindehaut), ist in den meisten Fällen angeschwollen und aufgrund einer gesteigerten Durchblutung stark gerötet. Gleichzeitig kommt es zur Bildung eines Ödems der Hornhaut (Cornea), die wegen einer Trübung unklar wirken kann. Hierbei kann der Augeninnendruck erhöht sein.

Ein Ödem kann auch am Augenhintergrund entstehen, wo es zu Einblutungen aus den nahe liegenden Gefäßen kommen kann. Verletzungen der Netzhaut (Retina) bis hin zur Ablatio retinae (Netzhautablösung) sind Folgeerscheinungen, die aufgrund einer Erschütterung des Bulbus auftreten.

Oft ist auch eine Entrundung der Pupille zu beobachten, da der Irissphinkter, der für die Engstellung der Pupille verantwortlich ist, verletzt und daher funktionsuntüchtig ist. Dadurch ist auch keine komplette Reaktion auf Lichteinfall mit den entsprechenden Veränderungen wie Miosis bzw. Mydriasis einer gesunden Pupille mehr möglich. Bei Abriss der Iriswurzel kommt es zur Verziehung der Pupille oder Ausprägung von "zwei" Pupillen, die zur Wahrnehmung von Doppelbildern führt.

Sollte ein abnormes Pupillenspiel vorliegen, muss die Fundoskopie zunächst ohne medikamentöse Weitstellung der Pupille erfolgen, da sonst eine irreversible Mydriasis auftreten kann. Deshalb sollte erst das Pupillenspiel normalisiert werden und dann kann die gründliche Fundusuntersuchung in Mydriasis durchgeführt werden.

Bei Linsenbeteiligung kann es zur Ausprägung einer sog. Kontusionsrosette kommen. Dieses Symptom ist durch eine sternförmige Rindentrübung der Linse und durch eine Auflagerung traumatisch versprengter Irispigmenten auf die Linse gekennzeichnet.

Weiterhin ist eine Linsenluxation, also eine Verdrehung aus der gewöhnlichen Position, möglich.

In den schwersten Fällen entsteht ein Bruch in der Bulbuswand, aus dem der Nervus opticus austreten kann.

Wichtig ist auch zu bedenken, ob Fremdkörper im Auge verblieben sind.

5 Therapie

Zur Senkung des Augeninnendrucks sind eine medikamentöse Therapie sowie stetige Kontrollmessungen notwendig. Verletzungen an der Netzhaut werden meistens mit Hilfe einer Laseroperation behoben. Ausserdem sollte das Auge des Patienten durch eine Lochbrille ruhig gestellt werden, sowie Bettruhe und absolutes Leseverbot verordnet werden.

Folgeschäden, die nicht oder nur gering verbessert werden können, sind Katarakte, Leseschwierigkeiten verbunden mit Kopfschmerzen, oder eine verbliebene erweiterte Pupille mit einer damit zusammenhängenden Lichtempfindlichkeit.

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