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Aspergillom

1 Definition

Als Aspergillom bezeichnet man die lokale Absiedlung und Abschottung eines Schimmelpilzes (meist Aspergillus fumigatus) in vorbestehenden natürlichen (Nasennebenhöhlen) oder pathologischen (z.B. Zysten, tuberkulöse Kavernen) Hohlräumen.

2 Lokalisation

Durch die eingeatmeten Schimmelpilzsporen werden bevorzugt die Nasennebenhöhlen oder pathologische Hohlräume des Lungengewebes befallen.

2.1 Nasennebenhöhlenaspergillom

Absiedlungen in den Nasennebenhöhlen verlaufen initial meist asymptomatisch und können bei Krankheitsprogression mit Blutungen, Druckgefühl, post-nasal drip oder Behinderung der Nasenatmung und Schmerzen einhergehen - also den gleichen Symptomen wie bei einer Rhinosinusitis.

Die Diagnose wird aufgrund der Bildgebung getroffen. Ein Hinweiszeichen ist sehr häufig, dass die Verschattung der Kieferhöhlen oder Keilbeinhöhlen nur einseitig ist.

  • In der Computertomografie zeigen befallene Nasennebenhöhlen einen hypodensen Randsaum mit zum Teil fast metalldichten, in der Mitte gelegenen Anteilen. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die Aspergillusarten Schwermetalle speichern, die sich wiederum gut im CT darstellen. So werden Aspergillome auch häufig bei Patienten beobachtet, bei denen durch den Zahnarzt eine Wurzelbehandlung der oberen Zahnreihe durchgeführt wurde. Man vermutet, dass es bei der Auffüllung eines Zahnkanals zu einer Einbringung von Material in die Kieferhöhle kommt, so dass hier die Pilze eine ideale Zusatznahrung finden.
  • In der Kernspintomographie (MRT) stellen sich Aspergillome oftmals fast gar nicht dar. Man hat den Eindruck, es sei eine Luftfüllung vorhanden bei einem eventuelle schmalen Randsaum einer signalintensiveren Zone. Dadurch kann ein Aspergillom im Kernspintomogramm unterschätzt werden.

Neben Aspergillus-Spezies wurden folgende Pilze in endoskopisch gewonnenen Abstrichen oder bei Punktionen der Nasennebenhöhlen gefunden:

Die Behandlung erfordert die chirurgische - in der Regel endoskopische - Sanierung der betroffenen Nasennebenhöhle.

2.2 Lungenaspergillom

Solitäre Lungenaspergillome zeigen meist einen beschwerdearmen Verlauf, der in Abhängigkeit der Größe mit dyspnoeische Beschwerden einhergehen kann. Bei Aufbrechen der Höhlungen in das Bronchialsystem kommt es zu Hämoptysen.

Bei einem generalisierten Befall des Lungengewebes (pulmonalen Aspergillose), können die Symptome einer allergisch bronchopulmonalen Aspergillose oder einer Aspergillus-Pneumonie assoziiert sein.

Die Diagnostik wird bildgeberisch (CT, MRT) gestellt. Die Behandlung umfasst die chirurgische Exzision des Rundherdes.

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