Wurzelkanalbehandlung
1. Definition
Die Wurzelkanalbehandlung ist eine endodontische Maßnahme bei der das Pulpagewebe eines Zahnes entfernt wird, und anschließend die Wurzelkanäle gesäubert und dicht verschlossen werden.
2. Indikationen
Die Wurzelkanalbehandlung dient der Erhaltung devitaler oder irreversibel entzündeter Zähne. Somit ist dieser Eingriff indiziert bei
- Pulpanekrose
- Pulpitis chronica (irreversible Entzündung der Zahnpulpa)
3. Vorgehen
Bei der Wurzelkanalbehandlung werden nach der Eröffnung der Pulpahöhle (Trepanation) die Wurzelkanäle manuell mit endodontischen Feilen und/oder maschinell mit rotierenden Instrumenten aufgearbeitet. Als Spüllösungen kommen u.a. Natriumhypochlorid (NaOCl), Chlorhexidin (CHX) und Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) zum Einsatz. Werden NaOCl und CHX sequentiell eingesetzt, muss eine Zwischenspüllung mit isotonischer Kochsalzlösung erfolgen, damit kein toxisches 4-Chloranilin entsteht.
Wasserstoffperoxid (H2O2) wird heute (2025) als obsolet angesehen. Es kann bei unsachgemäßer Anwendung ein Emphysem auslösen.[1]
Die Wurzelkanalbehandlung verfolgt das Ziel, die Formgebung und Reinigung der Wurzelkanäle für die folgende Wurzelfüllung - meist mit Guttapercha und Sealer zu gewährleisten. Unter Umständen können medikamentöse Einlagen (z.B. kortikoidhaltige Medikamente und/oder solche mit einer antibiotischen Komponente) unterstützend zur mechanischen Aufbereitung appliziert werden – dabei wird der Zahn danach koronal provisorisch verschlossen. Die Wurzelfüllung und der definitive Zahnverschluss werden auf eine nächste/weitere Sitzung (meist ca. eine Woche später) verschoben.
4. Risiken/Komplikationen
Bei der Behandlung kann es vorkommen, dass
- Instrumente im Kanal abbrechen,
- Spüllösungen oder Füllungsmaterialien in das Parodont überpresst werden (Sealer Puff),
- überinstrumentiert wird,
- oder die Wurzel seitlich perforiert wird (Via falsa).
Diese Vorfälle können zu temporären Schmerzen und/oder zu weiteren Entzündungen (z.B. apikale Parodontitis) führen, die den Behandlungserfolg beeinträchtigen, sodass weitere Eingriffe notwendig werden (z.B. Wurzelspitzenresektion) oder der Zahn unter Umständen gar nicht mehr erhalten werden kann.
5. Quellen
- ↑ Der besondere Fall: Weichteilemphysem nach endodontischer Behandlung, zm-online, 2012, abgerufen am 17.2.2025