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Apolipoprotein

von griechisch: apo- - von, weg
Synonym (Kurzform): Apoprotein, Apo
Englisch: apolipoprotein

1 Definition

Als Apolipoprotein bezeichnet man den Proteinanteil der Lipoproteine, die im Blut zirkulieren und hydrophobe Lipide wie Triacylglycerine (TAGs) und Cholesterin transportieren.

2 Biochemie

Apolipoproteine bilden die hydrophile Oberfläche der Lipoproteine und sind für deren Zusammenlagerung, Struktur und Funktion essenziell. So dienen sie z.B. als Cofaktor der Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT) oder der Lipoproteinlipase (LPL). Apolipoproteine werden von der Leber und vom Darm gebildet. Die Apolipoproteine sind, abgesehen von ApoB-48 und ApoB-100, in der Lage, von einem Lipoprotein auf andere zu wechseln.

Apolipoprotein Hauptquelle assoziiertes Lipoprotein Funktion
ApoA-I Darm, Leber HDL, Chylomikronen Strukturprotein der HDL;
Aktivierung der LCAT
ApoA-II Leber HDL, Chylomikronen Strukturprotein der HDL;
Aktivierung der hepatischen Lipase
ApoA-IV Darm, Leber HDL, Chylomikronen unbekannt
ApoA-V Leber VLDL Unterstützung des LPL-vermittelten Triglyzeridabbaus
Apo(a) Leber Lp(a) unbekannt
ApoB-48 Darm Chylomikronen, -Remnants Strukturprotein der Chylomikronen
ApoB-100 Leber VLDL, IDL, LDL, Lp(a) Strukturprotein der VLDL, LDL, IDL und Lp(a);
Ligand für den LDL-Rezeptor
ApoC-I Leber Chylomikronen, VLDL, HDL Hemmung des CETP
ApoC-II Leber Cofaktor für die LPL
ApoC-III Leber, Darm Inhibitor der LPL;
Lipoproteinbindung an Rezeptoren
ApoD Leber, Makrophagen HDL Strukturprotein der HDL;
Aktivierung der LCAT
ApoE Leber Chylomikronen-Remnants, IDL, HDL Ligand u.a. für den LDL-Rezeptor

Außerdem existieren noch weitere Apolipoproteine mit aktuell (2019) weitestgehend unklarer Funktion, z.B. ApoC-IV, ApoD, ApoH und ApoL.

3 Pathologie

Defekte von Apoprotein-Rezeptoren (z.B. LDL-Rezeptor für ApoB-100) oder eine gestörte Apolipoprotein-Produktion aufgrund einer Lebererkrankung können zu Störungen des Fettstoffwechsels führen. Ein Beispiel ist die Hyperlipoproteinämie Typ 2a. Dann kommt es zu einem Anstieg von atherogenem LDL im Plasma. Mögliche Konsequenz ist eine frühzeitige Atherosklerose.

4 Labormedizin

4.1 Material

Für die Untersuchung der Konzentration der Apolipoproteine werden 1 ml Serum benötigt.

Zur Differenzierung der Apolipoprotein-E-Isoformen oder für eine molekulargenetischen Untersuchung zur Detektion von Mutationen der Apolipoproteine werden 5 ml EDTA-Blut benötigt.

4.2 Referenzwerte

Im Folgenden sind die Referenzwerte für die Apolipoproteine aufgelistet:

Lipoprotein Alter Norm
Apolipoprotein A1 bis zum 10. Lebensjahr 80-140 mg/dl
bis zum 14. Lebensjahr 80-170 mg/dl
bis zum 18. Lebensjahr 80-170 mg/dl
Erwachsene 90-170 mg/dl
Apolipoprotein A2 25-50 mg/dl
Apolipoprotein B bis zum 10. Lebensjahr 25-65 mg/dl
bis zum 14. Lebensjahr 25-80 mg/dl
bis zum 18. Lebensjahr 25-80 mg/dl
Erwachsene 40-115 mg/dl
Apolipoprotein E 2,3-6,3 mg/dl

4.3 Interpretation

ApoA-I und ApoB-100 dienen als Parameter zur Abschätzung des Arterioskleroserisikos. Das Fehlen von ApoA-I und ApoB kann Hinweise auf das Vorliegen einer erblich bedingten Störungen des Fettstoffwechsels geben (z.B. Abetalipoproteinämie, Analphalipoproteinämie, ApoA-I-Mangel).

Liegen verminderte Serumspiegel von ApoC-II vor, kann dies auf eine Hyperlipoproteinämie Typ 1 (ApoC-II-Defizienz) hindeuten. Dabei kommt es zu deutlichen Erhöhungen von Chylomikronen und VLDL im Nüchternplasma.

Im Rahmen einer familiären Dysbetalipoproteinämie sollte eine ApoE-Genotypisierung erwogen werden. Bei einer ApoE-II-Homozygotie (ApoE-II/E-II) ist der Abbau von Chylomikronen und VLDL gestört, wodurch vermehrt Intermediärprodukte wie IDL angehäuft werden. Des Weiteren ist Apolipoprotein E im Rahmen einer ApoE-Defizienz vermindert.

5 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 04.02.2021
  • Charite.de; abgerufen am 04.02.2021

siehe Hauptartikel: Fettstoffwechselstörung

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Februar 2021 um 17:11 Uhr bearbeitet.

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