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Remnant

von englisch: remnant - Rest

1 Definition

Unter Remnants versteht man Überreste von Chylomikronen, die durch den Abbau ihrer Triglyceride entstehen. Die Reste von abgebauten VLDL-Partikeln werden ebenfalls als Remnants bezeichnet.

2 Biochemie

2.1 Chylomikronen-Remnants

Chylomikronen sind Lipoproteinpartikel, die dem Transport von Triglyceriden, Phospholipiden und Cholesterin vom Dünndarm zur Leber dienen. Auf dem Weg zur Leber spaltet die endothelständige Lipoproteinlipase (LPL) die Triglyceride zu freien Fettsäuren. Dabei gehen 70-90 % des Triglyceridgehalts der Chylomikronen verloren. Gleichzeitig wird ein Großteil der Apolipoprotein A- und C-Moleküle und Cholesterin auf HDL-Vorstufen (discoidales HDL) übertragen. Das Überbleibsel des Chylomikronenabbaus, die Remnants, enthalten u.a. noch die Apolipoproteine B-48 und E sowie weitere Lipide (v.a. das Nahrungscholesterin).

Die Remnants werden anschließend in Hepatozyten aufgenommen. Dies geschieht mithilfe von Interaktionen mit endothelständigen Proteoglykanen durch das LDL-Rezeptor-related Protein 1 (LRP-1), an den ApoB-48 und LPL als Liganden binden, weniger durch den LDL-Rezeptor, an den ApoE bindet. Nach Endozytose werden die Remnants in Lysosomen abgebaut. Noch vorhandene Triglyceride werden zu VLDL verpackt.

2.2 VLDL-Remnants

Im Gegensatz zu Chylomikronen werden VLDL in der Leber gebildet. Durch Wechselwirkung mit HDL-Partikeln erfolgt eine Anreicherung mit Cholesterinester sowie den Apolipoproteinen E und C. Durch ApoC-II-induzierte Stimulation der endothelständigen LPL werden VLDL-Partikel zu Glycerin und Fettsäuren abgebaut. Dabei entstehen zunächst VLDL-Remnants, die von Hepatozyten wieder aufgenommen werden. Alternativ reagieren die VLDL-Remnants mit der hepatischen Triglyceridlipase, wobei IDL-Partikel entstehen. Diese geben ApoE an den HDL-Pool ab.

3 Klinik

Genetische Variationen des Apolipoproteins E können zu einer reduzierten Affinität der Chylomikronen-Remnants zum LDL-Rezeptor führen. Dadurch werden die Remnants langsamer aus dem Plasma entfernt. Diese autosomal-rezessive Erkrankung wird als familiäre Dysbetalipoproteinämie bzw. als Hyperlipoproteinämie Typ 3 bezeichnet.

4 Literatur

  • Blum, Klinische Pathophysiologie (ISBN 978-3-13-449610-9), 2018 Georg Thieme Verlag KG
  • Arastéh et al., Duale Reihe Innere Medizin (ISBN 978-3-13-118164-0), 2018 Georg Thieme Verlag KG
  • Suttorp et al., Harrisons Innere Medizin (ISBN 978-3-940615-50-3), 2016 ABW Wissenschaftsverlag
  • Löffler, Georg, Petro E. Petrides. Biochemie und Pathobiochemie. Springer-Verlag, 2013

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Juni 2020 um 17:45 Uhr bearbeitet.

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