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Aminoazidopathie

Synonym: Aminosäurenkrankheit

1. Definition

Als Aminoazidopathien bezeichnet man erbliche Stoffwechselkrankheiten, die durch einen gestörten Aminosäurestoffwechsel bedingt sind. Großteils handelt es sich hierbei um Enzymdefekte im Rahmen des zytosolischen Abbaus der Aminosäuren (vor der Abspaltung der Aminogruppe).

Aminoazidopathien gehören zur Gruppe der Organoazidopathien.

2. Biochemie

Essenzielle Aminosäuren werden typischerweise in einem mehr oder weniger langen zytosolischen Reaktionsweg abgebaut. Meist werden nach einer Desaminierung die entstehenden organischen Säuren rasch zu CoA-Estern aktiviert und anschließend in Mitochondrien vollständig oxidiert.

Die im Zuge des Reaktionsweges abgetrennte Aminogruppe wird über den Harnstoffzyklus entgiftet und anschließend ausgeschieden. Als Leitbefund der Harnstoffzyklusdefekte gilt die Hyperammonämie.

3. Klinik

Klinische Symptome von Aminoazidopathien werden meist über eine spezifische Toxizität bestimmter Metaboliten, die sich aufgrund des Enzymdefekts anhäufen, verursacht. Sie ähneln deshalb auch den Störungen des Galactose- und Fructosestoffwechsels.

Nicht alle Aminoazidopathien weisen Symptome auf: so bleibt z.B. die Histidinämie asymptomatisch, da die sich anstauenden Enzymprodukte nicht toxisch für den Körper sind. Grundsätzlich ist der mitochondriale Energiestoffwechsel nicht beeinträchtigt. Aufgrund dessen treten akute Entgleisungen nur bei einer kleinen Anzahl von Krankheiten auf. So sind Laktat, Ammoniak, Blutzucker und Säure-Basen-Status meist unauffällig.

4. Diagnose

Um eine gesicherte Diagnose stellen zu können, sollte eine Quantifizierung der Aminosäuren im Plasma oder via Nachweis bestimmter Abbauprodukte durch die Analyse der organischen Säuren im Urin erfolgen.

5. Therapie

Die meisten Aminoazidopathien lassen sich durch eine spezielle Diät mit einer stark reduzierten Zufuhr der im Abbau gestörten Aminosäuren behandeln.

Auch die pharmakologische Verringerung toxischer Metaboliten durch Hemmung von Reaktionsschritten, die dem eigentlichen Stoffwechselblock vorausgehen, bilden einen zweiten, wirkungsvollen therapeutischen Ansatz. Die Tyrosinämie Typ I wird auf diese Weise durch die Gabe von NTBC erfolgreich behandelt.

6. Krankheiten

7. Literatur

  • "Basiswissen Humangenetik" - Christian P. Schaaf, J. Zschocke, Springer-Verlag, 2. Auflage

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