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Anti-Müller-Hormon

(Weitergeleitet von AMH)

1 Definition

Das Anti-Müller-Hormon, kurz AMH ist ein zu den Glykoproteinen gehörendes Proteohormon, das eine entscheidende Bedeutung in der sexuellen Differenzierung im Rahmen der Embryonalentwicklung aufweist.

2 Geschichte

Der Name Anti-Müller-Hormon stammt von dem Entdecker der Müller-Gänge, dem aus Koblenz stammenden Physiologen und Anatom Johannes Peter Müller.

3 Aufbau

Das Glykoprotein besteht aus einer 535 Aminosäuren langen Polypeptidkette. Die Biosynthese erfolgt ausschließlich bei männlichen Embryonen in den Sertoli-Zellen des embryonalen Hoden und bei der erwachsenen Frau. AMH wird, wie Inhibin, zur Wirkstoffklasse der Transforming growth factors gezählt.

4 Wirkungsmechanismus

AMH bewirkt die Rückbildung der Müller-Gänge, so dass aus diesen lediglich die Hodenanhängsel zurückbleiben. Dieser Vorgang ist bis zur 8. Woche der Embryogenese abgeschlossen. Weibliche Embryonen können kein AMH bilden. Als Folge bilden sich hier aus den Müller-Gängen Gebärmutter, Scheidengewölbe und Eileiter. Bei der erwachsenen Frau wird AMH im Ovar synthetisiert.

5 Konzentrationsverlauf

Das Konzentrationsmaximum an AMH findet sich beim männlichen Embryo während des Rückgangs der Müller-Gänge. Beim erwachsenen Mann liegt die Konzentration bei rund 1,5–4,3 µg/l. Bei der Frau besteht eine direkte Korrelation zwischen der Anzahl reifungsfähiger Follikel und der AHM-Serumkonzentration. Die Konzentration bei 18-30-jährigen liegt bei 1–10 µg/l, danach beginnt der Pegel stark zu sinken.

6 Pathophysiologie

Fachgebiete: Genetik

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