Synonyme: Botulinustoxin
Englisch: botulinum toxin


Botulinumtoxin ist ein für den Menschen toxisches Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum.
Es handelt sich um ein zweikettiges Protein mit einem Molekulargewicht von 150 kDa, dessen Aminosäuresequenz zu 30-40% mit der des Tetanustoxins identisch ist. Es wurden bislang 7 neurotoxische Subtypen identifiziert, die als Botulinumtoxin A, B, C, D, E, F und G bezeichnet werden. Das Protein besteht aus einer leichteren L-Kette von 50 kDa, die ein Bindungsstelle für Zink besitzt und einer schwereren H-Kette von 100 kDa, die sich weiter in ein HN, Hc1 und Hc2 Segment unterteilen lässt.
Botulinumtoxin hemmt die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin. Der genaue Wirkmechanismus ist komplex. Die H- und L- Kette des Botulinumtoxins übernehmen dabei unterschiedliche pharmakologische Aufgaben. Der eigentliche Träger der toxischen Wirkung ist die leichtere L-Kette, die H-Kette dient nur als "Schleusersubstanz". Die C-terminale Region der H-Kette bindet an bestimmte Oberflächensubstanzen (Ganglioside) auf der präsynaptischen Nervenzellmembran. Die an die N-terminale Region gebundene L-Kette wird mittels der Bildung eines Kanals durch die Zellmembran geschleust (Translokation). Die L-Kette wirkt intrazellulär als Zink-abhängige Endopeptidase und führt dort zur Spaltung von 3 Proteinen (Proteolyse), die an der Bildung des so genannten SNARE-Komplexes beteiligt sind: Synaptobrevin, SNAP-25 und Syntaxin. Dadurch wird die Exozytose von Neurotransmittern, d.h. die Ausschüttung in den synaptischen Spalt gehemmt. Diese Wirkung wird durch Metalloproteinase-Hemmstoffe wie Captopril antagonisiert.
Bei oraler Aufnahme von Botulinumtoxin kommt es nach einer Inkubation von 18 - 36 Stunden zu einer breiten Palette an Vergiftungserscheinungen, die man unter dem Begriff "Botulismus" zusammenfasst. Sie betreffen vor allem die Muskulatur und das autonome Nervensystem:
Die Subtypen A und B des Botulinumtoxins werden in Form von Injektionen bei einer Vielzahl von Indikationen eingesetzt.
Botulinumtoxin wird zur Therapie neuromuskulärer Störungen eingesetzt, z.B. bei
Der in der Öffentlichkeit bekannteste Einsatz ist die Injektion in die Gesichtshaut zur Lähmung der mimischen Muskulatur, die so genannte "Faltenprävention". Hier wird Botulinumtoxin intra- oder subkutan in das Gewebe der Stirn-, Augen-, Mund- und Halsregion injiziert.
Botulinumtoxin wird von verschiedenen Herstellern angeboten. Die bekanntesten Handelsnamen sind:
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