Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie
Definition
Die Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie ist eine fachgesellschaftliche Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Sie dient dem Nachweis vertiefter Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten in der klinischen Rhythmologie bei Fachärzten für Innere Medizin und Kardiologie.
Die Zusatzqualifikation ist keine Zusatzweiterbildung im Sinne der ärztlichen Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern.
Hintergrund
Mit der zunehmenden Spezialisierung der Rhythmologie haben sich hochkomplexe diagnostische und interventionelle Verfahren etabliert. Auch in der Device-Therapie ist die Komplexität deutlich gestiegen. Diese Entwicklungen machten strukturierte Ausbildungsprogramme und standardisierte Kompetenznachweise erforderlich, die sich an den Empfehlungen der DGK und den europäischen Standards der European Heart Rhythm Association (EHRA) orientieren.
Voraussetzungen
- Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
- Weiterbildung an einer durch die DGK anerkannten Qualifizierungsstätte
- Dokumentierte Mindestfallzahlen gemäß Curriculum
- Nachweis definierter Prozedurenerfahrungen im Logbuch
Weiterbildungsstruktur
Das Curriculum ist modular aufgebaut. Es umfasst die Zusatzqualifikationen:
- Spezielle Rhythmologie – Invasive Elektrophysiologie
- Spezielle Rhythmologie – Aktive Herzrhythmusimplantate
- Spezielle Rhythmologie (Gesamtqualifikation)
Die Module „Invasive Elektrophysiologie“ und „Aktive Herzrhythmusimplantate“ können jeweils separat erworben werden und umfassen eine Mindestweiterbildungszeit von 15 Monaten.
Die Gesamtqualifikation setzt den Erwerb beider Module voraus und erfordert eine kumulative Weiterbildungszeit von mindestens 24 Monaten.
Weiterbildungsinhalte
Das Curriculum umfasst folgende inhaltliche Schwerpunkte:
- elektrophysiologische Grundlagen, Erregungsbildungs- und Erregungsleitungsmechanismen
- Pathophysiologie und Klassifikation supraventrikulärer und ventrikulärer Arrhythmien
- nichtinvasive Diagnostik einschließlich EKG-Analyse und Langzeitmonitoring
- invasive elektrophysiologische Untersuchung mit Bestimmung intrakardialer Leitungszeiten
- dreidimensionale elektroanatomische Mapping-Verfahren
- Katheterablation supraventrikulärer und ventrikulärer Tachykardien einschließlich komplexer Substratablation
- Implantation, Programmierung und Nachsorge von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen
- spezielle Techniken wie His-Bündel- und Linksschenkel-Pacing
- periinterventionelles Management und Komplikationsbehandlung
Literatur
- G. Breithardt et. al., Curriculum Spezielle Rhythmologie, DGK, 2012
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie, abgerufen am 02.03.2026