Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Zungenbelag

1 Definition

Als Zungenbelag oder einfach nur Belag bezeichnet man jede sichtbare Veränderung auf dem Zungenrücken, die das normale Rot der Zungenschleimhaut verdeckt.

2 Ursachen

Ein Zungenbelag kann verschiedene Ursachen haben und tritt als unspezifisches Begleitsymptom bei Allgemeinerkrankungen (z.B. Masern, Diabetes mellitus), Immundefizienz und gastrointestinalen Störungen (z.B. Gastritis) auf.

Häufig - vor allem im Alter - ist er alimentär bedingt und entsteht durch mangelnden mechanischen Abrieb der Zunge, z.B. durch veränderte Nahrungsaufnahme bei Zahnlosigkeit, oder durch Sondenernährung bzw. Flüssigkost.

Mangelnde Mundhygiene und ein verwahrloster Zahnstatus führen zu odontogenen Zungenbelägen, da die bakterielle Besiedelung der Zunge begünstigt wird. Aber auch übertriebene Mundhygiene kann zu Belägen führen, beispielsweise die zu häufige Verwendung von Chlorhexidin-Lösungen.

Als weitere Ursachen für Zungenbeläge kommen in Frage:

Nicht jedem Belag ist eine auslösende Ursache zuzuordnen. In diesem Fall spricht man von einem idiopathischen Zungenbelag,

3 Einteilung

Man unterscheidet klinisch abstreifbaren Zungenbelag und nicht abstreifbaren Zungenbelag. Um diese Unterscheidung zu treffen, wird einfach ein Mundspatel bzw. Zungenspatel über die Beläge geführt.

3.1 Abstreifbarer Zungenbelag

Ein abstreifbarer Zungenbelag besteht aus abgeschilferten Epithelzellen, Muzinen, Nahrungsmittelresten, Mikroorganismen und anderen Bestandteilen (z.B. Leukozyten).

In den meisten Fällen hat er keine eigene Krankheitsbedeutung. Er kann jedoch unter Umständen durch die bakteriellen Zersetzungsprodukte einen verstärkten Mundgeruch (Halitosis) auslösen und so soziale Probleme verursachen.

3.2 Nicht abstreifbarer Zungenbelag

Nicht abstreifbarer Zungenbelag spricht für das Vorliegen einer Hyperkeratose oder einer anderen pathologischen Schleimhautveränderung, die weiterer Abklärung bedarf.

Bei einer Hyperkeratose ist der Belag fest mit den Fadenpapillen (Papillae filiformes) der Zunge verbunden. In Extremfällen kann die Verhornung so stark sein, dass sie die Funktion der Zunge stört (z.B. bei Lingua villosa nigra).

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

11 Wertungen (3.55 ø)

66.310 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: