Zanidatamab
Handelsname: Ziihera®
Englisch: zanidatamab
Definition
Zanidatamab ist ein bispezifischer monoklonaler Antikörper gegen den HER2-Rezeptor. Er wird zur Behandlung von HER2-positiven malignen Tumoren eingesetzt.
Wirkmechanismus
Zanidatamab ist ein humanisierter IgG1-Antikörper. Er bindet gleichzeitig an zwei nicht überlappende Epitope des HER2-Rezeptors. Daraus resultieren mehrere antitumorale Effekte:
- Hemmung der HER2-vermittelten Signaltransduktion (u.a. PI3K/AKT- und MAPK-Signalweg)
- Verstärkte Internalisierung und Degradation des HER2-Rezeptors
- Induktion einer antikörperabhängigen zellvermittelten Zytotoxizität
- Bildung von HER2-Clustern mit konsekutiver Signalblockade
Durch die biparatopische Bindung kommt es zu einer stärkeren Rezeptoraggregation und potenziell zu einer höheren antitumoralen Aktivität im Vergleich zu monospezifischen HER2-Antikörpern (z.B. Trastuzumab).
Indikationen
Zanidatamab ist zugelassen zur Monotherapie von Erwachsenen mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positivem biliärem Karzinom, die zuvor mit mindestens einer systemischen Therapie behandelt wurden.
Darreichungsform
Zanidatamab ist als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung verfügbar und wird intravenös verabreicht.
Dosierung
Die empfohlene Dosis beträgt 20 mg/kg Körpergewicht als intravenöse Infusion alle 2 Wochen bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität. Eine Prämedikation mit Kortikosteroid, Antihistaminikum und Antipyretikum wird 30–60 Minuten vor jeder Infusion empfohlen, um infusionsbedingte Reaktionen zu reduzieren. Die Infusionsdauer beträgt initial 120–150 Minuten und kann bei guter Verträglichkeit in den Folgezyklen auf 90 bzw. 60 Minuten reduziert werden. Dosisanpassungen sind insbesondere bei linksventrikulärer Funktionsstörung, infusionsbedingten Reaktionen oder Pneumonitis erforderlich. Bei bestätigter Pneumonitis ≥ Grad 2 ist die Therapie dauerhaft abzusetzen.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Sehr häufige bzw. klinisch relevante Nebenwirkungen sind:
Wie andere HER2-gerichtete Therapien kann Zanidatamab potenziell eine linksventrikuläre Dysfunktion verursachen, weshalb eine kardiale Überwachung empfohlen wird.
Wechselwirkungen
Klinisch relevante pharmakokinetische Wechselwirkungen über Cytochrom P450-Enzyme sind aufgrund des Wirkmechanismus als monoklonaler Antikörper nicht zu erwarten.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen Zanidatamab oder einen der sonstigen Bestandteile
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- vorbestehender kardialer Erkrankung
- schweren Infusionsreaktionen in der Vorgeschichte
Studienlage
Die Wirksamkeit beim HER2-positiven biliären Karzinom wurde in einer multizentrischen Phase-II-Studie untersucht. Es zeigte sich eine klinisch relevante objektive Ansprechrate bei vorbehandelten Patienten mit akzeptablem Sicherheitsprofil. Die Zulassung erfolgte beschleunigt unter der Auflage weiterer bestätigender Studien.
Quellen
- Fachinformation Ziihera, zuletzt abgerufen am 19.02.2026