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Wolman-Krankheit

(Weitergeleitet von Wolman-Syndrom)

Synonyme: Wolman-Syndrom, Morbus Wolman
Englisch: Wolman disease

1 Definition

Die Wolman-Krankheit ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die auf einem Aktivitätsverlust der lysosomalen sauren Lipase (LAL) beruht.

2 Ätiopathogenese

Die Erkrankung basiert auf einem vollständigen Funktionsverlust der Lipase durch Mutationen im Gen LIPA. Das Enzym spaltet in Lysosomen Cholesterinester und Triacylglyceride, die endozytotisch in Form von LDL in die Zelle aufgenommen werden. Unter physiologischen Bedingungen entsteht dabei freies Cholesterin, das in das Zytosol transportiert und im ER die Cholesterinsynthese reguliert. Die HMG-CoA-Reduktase wird gehemmt und die Expression neuer LDL-Rezeptoren unterdrückt.

Bei der Wolman-Krankheit akkumulieren Cholesterinester im Lumen der Lysosmen und der Regelkreis der Cholesterinsynthese ist so gestört, dass immer mehr LDL aufgenommen wird. Cholesterinester und Triacylglyceride akkumulieren übermäßig, wodurch die Zellen langfristig absterben.

3 Symptomatik

Die Wolman-Krankheit entspricht in ihrer Symptomatik der Cholesterinester-Speicherkrankheit, bei der allerdings noch eine Restaktivität der Lipase vorhanden ist. Die Wolman-Krankheit manifestiert sich schon sehr früh, direkt nach der [[Geburt]. Neben Auffälligkeiten der Leber (Hepatomegalie), Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie treten Erbrechen, Durchfall und ein vergrößertes Abdomen auf.

4 Diagnostik

Über eine laborchemische Blutanalyse kann das veränderte Lipidmuster bestimmt werden, Schaumzellen treten auf. Die Leberbiopsie zeigt massive Anhäufungen von Lysosomen in den Hepatozyten. Eine Abgrenzung zu anderen lysosomalen Speicherkrankheiten erfolgt durch enzymatische Aktivitätstests bzw. genetische Untersuchen zur Identifikation von Mutationen in den entsprechend bekannten Genen.

5 Therapie

Die symptomatische Therapie zielt darauf ab, die Aufnahme und Akkumulation von Cholesterin zu vermindern. Sie beinhaltet:

  • eine Hemmung der intestinalen Cholesterinresorption durch Colestyramin oder Ezetimib
  • die Gabe von Statinen zur Hemmung der HMG-CoA-Reduktase

Neue Behandlungsoptionen sind Enzymersatztherapien. Das Enzym Sebelipase alfa, unter dem Produktnamen Kanuma, wird zur Zeit (2015) in klinischen Studien getestet[1]. Die European Medicines Agency hat das Produkt 2015 positiv bewertet.[2]

6 Quellen

  1. Burton BK et al. A Phase 3 Trial of Sebelipase Alfa in Lysosomal Acid Lipase Deficiency. N Engl J Med; 2015
  2. Bewertung der EMA von Kanuma, 2015

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