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Uterusadhäsion (Pferd)

Synonyme: Uterusverklebung, intrauterine Synechie

1 Definition

Als Uterusadhäsionen bezeichnet man Verklebungen (Adhäsionen) und Verwachsungen des Endometriums, die als Folge entzündlicher Prozesse im Uterus (Gebärmutter) der Stute bestehen.

2 Ätiologie

Uterusadhäsionen entstehen meistens infolge schwerwiegender Endometritiden. Sie können sich aber auch iatrogen durch mechanische Reize (z.B. unsachgemäße Entfernung der Nachgeburt) oder chemischen Irritationen (z.B. intrauterine Applikation aggressiver Flüssigkeiten) bilden.

3 Pathogenese

Unabhängig vom Auslöser (infektiös getriggerte Entzündung oder aufgrund reizender Flüssigkeiten) kommt es zu einer massiven Schädigung des Endometriums. Aufgrund der Läsionen wandern Entzündungszellen ein, es kommt zu Fibrinausschwitzungen und infolgedessen zu Verklebungen und Verwachsungen zwischen naheliegenden Endometriumabschnitten. Je nach Schweregrad und Lage der Adhäsionen entstehen Abflussstörungen intrauteriner Sekrete, sodass sich eine partielle Mukometra bildet.

Die Verklebungen können auch zu einem vollständigen Verschluss eines oder gar beider Uterushörner führen. Dadurch wird der Samentransport in den bzw. die Eileiter (Tuba uterina) verhindert, weshalb eine Konzeption ausbleibt. Auch wenn die Uterushörner trotz Adhäsionen eine geringe Durchgängigkeit beibehalten, können diese trotzdem die Mobilität des Embryos beeinträchtigen. Die freie Beweglichkeit des Embryos ist besonders in der Phase der maternalen Trächtigkeitserkennung wichtig. Beim Ausbleiben der Erkennung kommt es zur Luteolyse und somit zum frühembryonalen Absterben.

4 Klinik

Abhängig vom Schweregrad entwickelt sich eine partielle oder gar vollständige Mukometra. Diese kann im Ultraschall erkannt werden, eine Beseitigung mittels Uteruslavage ist jedoch in der Regel nicht oder nur unvollständig möglich.

Massive Verklebungen stören entweder die Konzeption oder auch die Aufrechterhaltung der Frühträchtigkeit. Betroffene Stuten kommen trotz Belegung nach einer normalen Zyklusdauer erneut in Rosse.

5 Diagnose

Uterusadhäsionen können bei routinemäßigen gynäkologischen Untersuchungen in der Regel nicht festgestellt werden. Da sie häufig nicht palpierbar oder im Ultraschall darstellbar sind, bleiben sie oft unerkannt.

Mittels Hysteroskopie lassen sich die septenähnlichen Zubildungen gut darstellen. In diesem Fall sollte stets auch eine Biopsie des Endometriums entnommen werden, um die Prognose für eine zukünftige Trächtigkeit abschätzen zu können.

Die Diagnose wird jedoch oftmals erst im Rahmen einer Sektion als Zufallsbefund gestellt. Betroffene Stuten litten vorberichtlich an Fruchtbarkeitsstörungen oder therapieresistenten Uterusfüllungen, die auch mittels Oxytocin-Therapie sowie mehrfachen Uterusspülungen nicht behoben werden konnten.

6 Therapie

Verklebungen innerhalb des Uteruslumens können mittels minimalinvasiver chirurgischer Methoden, z.B. mit einem flexiblen Endoskop und entsprechenden Instrumenten (Laser, Hochfrequenzelektroklingen oder feinen Scheren), getrennt werden. Die Operation sollte am stehenden Tier durchgeführt werden. Großflächige Adhäsionen lassen sich oftmals nur in mehrmaligen einzelnen Eingriffen lösen. Zwischen den einzelnen Sitzungen sollte jedoch ausreichend Zeit vergehen, um die durch den Eingriff getriggerte Endometritis abheilen zu lassen (ca. 3 bis 4 Wochen).

Postoperativ sind Uterusspülungen mit 0,9%iger NaCl-Lösung durchzuführen.

7 Prognose

Die Prognose für eine Trächtigkeit bzw. das erfolgreiche Austragen eines Fohlens ist vorsichtig zu stellen. Auch wenn die Verklebungen erfolgreich gelöst werden konnten, ist das Endometrium häufig derart geschädigt, dass eine komplikationslose Trächtigkeit nicht mehr möglich ist.

8 Literatur

  • Aurich C (Hrsg.). 2009. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Parey-Verlag. ISBN: 978-3-8304-4179-3

Diese Seite wurde zuletzt am 1. Juni 2021 um 17:49 Uhr bearbeitet.

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