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Schere

Bezug: chirurgische Schere

1 Aufbau

Man unterscheidet in der Übersicht an der Schere verschiedene Bestandteile:

  1. Blätter: Kraniales Ende mit den schneidenen Blättern, der Schließkanten zur Mitte hin und die Blattrücken
  2. Schließteil: Verankerung beider Bestandteile der Schere, sowie Übergang zu den Branchen und den Ringen für die manuelle Halterung
  3. Branchen: Verlängerung des Schließteil, für die Haltung der Schere, Ringe für einen guten Griff mit den Fingern

2 Nomenklatur und Formen von Scheren

Die Nomenklaturen folgen verschiedenen Kriterien und werden zumeist miteinander kombiniert:

  • Benennung der Scheren nach Person oder Funktion (Siehe Scherenarten)
  • Benennung immer nach Schraubenkopf oben liegender Schere:
    • Aufgehoben = Blätter mit Biegung nach oben
    • Aufgewinkelt, abgewinkelt = nach oben oder nach unten Abgeknickt,
    • Geknöpft: Blätter mit Verdickung am Ende, Verbandsscheren
  • Benennung nach Blattspitzen mit den Schließkanten: Stumpf-Stumpf, Stumpf-Spitz, Spitz-Spitz
  • Nach Gebrauch: Nicht schneiden, sondern stumpfes Durchtrennen, eingeführt und gespreizt

2.1 Handhabung

Für das stumpfe Präparieren greift man mit Zeige und Mittelfinger einen Ring, über die Schließung hin weg mit dem Daumen den anderen Ring und drück das Gewebe stumpf auseinander, schneidet nicht.

Beim richtigen Schneiden verwendet man die Dreipunktshaltung: Daumen in den einen Ring, Zeigefinger wird "verlängert" durch Auflegen auf das Schließteil in Richtung der beiden schneidenden Blätter und der Mittelfinger greift in den anderen Ring.

3 Scherenarten

3.1 Chirurgisch

Eigenschaften: allgemein gerade, nur wenig aufgebogen, stumpf-stumpf oder stumpf-spitz, Schneiden von medizinischen Hilfsmitteln

3.2 Präparierend

Eigenschaften: meist stumpf, Gewebepräparation, damit feiner als chirurgische Schere, verschieden geformt

  • Nach Mayo: gerade oder seitlich aufgehoben
  • Präparierschere nach Weller: lange Schere mit kurzen Blättern, gut zum Präparieren in die Tiefe
  • Nach Ragnell: stumpf-stumpf, Blattdesign typisch
  • Metzenbaum: typisches Verhältnis zwischen Blattlänge und Branchenlänge in gerade und aufgebogener Form erhältlich, Meistgebrauchte Schere
  • Baby-Metzenbaum: Säuglings-und Kinderchirurgie, sehr feine Ausführungen

3.3 Spezielle Zwecke

Spezielle Scheren findet man vor allem bei der Anwendung in der Verbandsanlegung und bei speziellen Operationen.

  • Gips- Verbansscheren
    • Verbandsschere nach Lister: Aufgebogen, stumpf
    • Gipsschere: Zähne an den Schneidekansten
    • Große Gipssschere nach Stille-Aesculap
    • Verbandszuschneideschere: Gaze und Zellstoffdurchtrennung
  • Organanwendung
    • Sternumscheren: kräftig gewinkelt, feiner Zahnung, zur Durchtrennung des Sternums ventrale Thorakotomie
    • Rippenscheren: halbmondförmige Schere
    • Fußringscheren bei Vögel: kurze kräftige Blätter,
    • Papageienringschere: Kräftigere Schere für Papageien, wie Fußringschere

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