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Titanimplantat (Zahnmedizin)

1. Definition

Ein Titanimplantat ist eine Schraube aus Titan, die im Knochen verankert wird und dort im Rahmen der Osseointegration einheilt. Es ersetzt die natürliche Zahnwurzel. Auf das Implantat wird ein Aufbauteil und eine Zahnkrone aus Keramik gesetzt.

2. Geschicht

Das erste Zahnimplantat aus Titan im Unterkiefer wurde 1965 implantiert.

3. Material

Je nach Reinheit des Materials wird die Beschaffenheit von Reintitan in 4 Grade eingeteilt. Die Reinheit nimmt von Grad I bis IV ab, wohingegen die Zugfestigkeit zunimmt. Titanlegierungen haben eine bessere Stabilität als Reintitanimplantate, führen durch die Metallbeimischungen jedoch potentiell häufiger zu Nebenwirkungen.

Auf die Titanoberfläche können zusätzliche Materialien aufgebracht werden, um die Osseointegration zu verbessern, z.B. Hydroxylapatit.

4. Eigenschaften

Titanimplatate zeichnen sich durch eine hohe Stabilität und gute Biokompatibilität aus. Die biomechanischen Eigenschaften ähneln denen des Knochens, sodass es nur sehr selten zu einem Implantatbruch kommt. Reintitanimplantate bilden bei Kontakt mit Luft, Wasser oder Körperflüssigkeiten eine 2 bis 5 nm dünne Oxidschicht aus und sind dadurch korrosionsbeständig. Die Einheilungszeit von Titanimplantaten ist mit 6 bis 12 Wochen deutlich kürzer als bei Keramikimplantaten (24 Wochen). Zudem sind Titanimplantate relativ kostengünstig.

5. Nebenwirkungen

In seltenen Fällen können Implantate aus Titanlegierungen Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen. Verursachend sind wahrscheinlich Verunreingungen des Metalls durch Nickel, Chrom oder Cobalt. Sie äußern sich in der Regel durch lokale Entzündungsprozesse im bzw. am Implantatlager im Sinne einer Periimplantitis oder Mukositis.[1]

Seltener werden Symptome wie periorale Dermatitis, Gesichtsekzeme oder exfoliative Cheilitis beschrieben. Systemische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden werden in Laienpublikationen ebenfalls mit einer Titanunverträglichkeit in Verbindung gebracht, allerdings bei geringer Evidenz.

6. Literatur

7. Quellen

  1. Campbell S et al.: Titanium allergy: fact or fiction? Faculty Dental JournalVol. 5, No. 1
Fachgebiete: Zahnmedizin

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15.05.2024, 12:33
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