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Seromukotympanon

Synonym: Seromukotympanum, Paukenerguss
Englisch: secretory otitis media, serous otitis media

1 Definition

Unter dem Seromukotympanon versteht man eine Sekretansammlung in der Paukenhöhle (Cavum tympani), welche durch eine Umwandlung der Paukenhöhlenschleimhaut in ein aktiv sekretorisches Epithel bedingt ist.

2 Epidemiologie

Man beobachtet die Erkrankung vor allem bei Kindern im Schulalter, insbesondere bei Kindern mit Gaumenspalte. Sie tritt häufig beidseits auf. Der Altersgipfel liegt bei etwa 6 Jahren.

3 Ätiopathogenese

Ein Seromukotympanon ist in der Regel durch einen persistierenden Verschluss der Tuba auditiva mit Unterdruck in der Paukenhöhle, seltener durch gering virulente katarrhalische Prozesse im Mittelohr bedingt. Aber auch eine Allergie kann zum Seromukotympanon führen. Beim Seromukotympanon wandelt sich die Schleimhaut der Paukenhöhle in ein aktiv sekretorisches Epithel um.

Das Sekret ist zunächst von serös-schleimiger Konsistenz und wird im Laufe der Zeit so viskös, dass es weder abtransportiert noch resorbiert werden kann.

Wegen der leimartigen Substanz wird es im Englischen auch "glue ear" bezeichnet

4 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über ein Druckgefühl im Ohr sowie über eine Verschlechterung des Hörvermögens.

5 Komplikationen

Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, sind eine Tympanosklerose sowie die Entwicklung von Adhäsivprozessen möglich. Weiterhin besteht die Gefahr von Sprachentwicklungsstörungen.

6 Diagnostik

In der Otoskopie ist das Trommelfell häufig leicht vorgewölbt, die Transparenz ist aufgehoben. Weiterhin lässt sich eine radiäre Gefäßinjektion beobachten.

Bei einseitigem Seromukotympanon wird beim Weber-Versuch in das kranke Ohr lateralisiert. Im Audiogramm zeigt sich eine Schallleitungsschwerhörigkeit. Das Tympanogramm ergibt einen flachen Verlauf der Kurve.

7 Therapie

Die Erkrankung wird zunächst konservativ mit abschwellenden Nasentropfen, Wärme, Mukolytika und durch Tubendurchblasungen behandelt.

Bei Allergie sollte eine strikte Allergenkarenz eingehalten und eine antiallergische Therapie (z.B. mit Antihistaminika) durchgeführt werden.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit der Parazentese und des Absaugens des Sekretes.

Häufig wird heutzutage auch eine Paukendrainage durchgeführt. Dabei werden kleine kragenkopfähnliche Kunststoff- oder Metall-Röhrchen in das Trommelfell eingesetzt, die über die Belüftung der Paukenhöhlenschleimhaut zur Trockenlegung führen. In der Regel verbleiben die Röhrchen über mehrere Monate im Trommelfell und stoßen sich nach einiger Zeit alleine in den äußeren Gehörgang ab. Das Trommelfell schließt sich wieder, es verbleiben keine Löcher. In manchen Fällen muss die Einlage der Röhrchen wiederholt durchgeführt werden, bis es zur vollständigen Abheilung des Seromukotympanons gekommen ist.

Wenn eine Paukendrainage durchgeführt worden ist, sollte auf tiefes Tauchen beim Schwimmen verzichtet werden, solange sich die Röhrchen im Trommelfell befinden.

Bei einer Vergrößerung der Rachenmandeln wird eine Adenotomie durchgeführt.

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