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Tubenfunktionsprüfung

1 Definition

Unter einer Tubenfunktionsprüfung versteht man Untersuchungen, mit denen man die Durchgängigkeit der Eustachischen Röhre (Tuba auditiva) prüft.

2 Voraussetzungen

Bei einer Tubendurchblasung sollte der Patient gesund sein, da eine Tubendurchblasung bei z.B. einer Rhinitis zu einer Infektion des Mittelohres führen kann. Eine Tubenmanometrie kann nur bei einem Defekt im Trommelfell durchgeführt werden.

3 Indikation

Wenn ein Patient über die typischen Beschwerden eines Tubenkatarrhs (wie z.B. Verschlechterung des Hörens, Druckgefühl im Ohr), wird die Tubenfunktion überprüft. Da viele Tubenfunktionsstörungen ihre Ursache in Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raumes haben, sollte der Nasen-Rachen-Raum ebenfalls untersucht werden.

4 Formen

4.1 Valsalva-Versuch

Beim Valsalva-Versuch hält sich der Patient die Nase zu und atmet bei geschlossenem Mund in die Nase aus. Der Valsalva-Versuch führt dazu, dass Luft durch die Tuba auditiva ins Mittelohr gepresst wird, was zu einer Vorwölbung des Trommelfells, die mit der Otoskopie beobachtet werden kann, und zu einem Knackgeräusch führt.

4.2 Politzer-Verfahren

Beim Politzer-Verfahren bringt man einen Gummiballon mit seiner durchbohrten Metallolive an ein Nasenloch an, wobei ein luftdichter Verschluss wichtig ist. Das andere Nasenloch sollte zugehalten werden. Das Schlucken eines K-Lautes (z.B. Kuckuck) durch den Patienten während der Ballon gedrückt wird, führt zu einer Kontraktion der Gaumenmuskulatur mit Öffnung der Tuba auditiva und gleichzeitigem Abschluss des Nasenrachenraums vom Mundrachen durch die Anhebung des Gaumensegels. Die Öffnung der Tuba auditiva erfolgt beim Politzer-Verfahren vor allem durch die Kontraktion des Musculus tensor veli palatini. Wird der Gehörgang des Arzt]es über einen Schlauch mit dem des Patienten verbunden, ist die Beurteilung der Tubendurchgängikeit anhand des entstehenden Geräusches möglich.

4.3 Toynbee-Versuch

Beim Toynbee-Versuch hält sich der Patient die Nase zu und schluckt. Dies führt zur Veränderung des Druckes in der Paukenhöhle, zur Bewegung des Trommelfells und zur Öffnung der Tube.

4.4 Tubenkatheterismus

Beim Tubenkatheterismus wird ein Metallröhrchen über die Nase und über den Nasen-Rachen-Raum in das Ostium der Tube eingeführt. Über das Röhrchen kann Luft in die Tube eingeglasen und auch Medikamente in Tube und Mittelohr eingebracht werden. Eine direkte optische Kontrolle ist über ein flexibles Mikroendoskop möglich.

4.5 Tubenmanometrie

Voraussetzung für die Tubenmanometrie ist ein Defekt im Trommelfell. Bei der Tubenmanometrie wird im äußeren Gehörgang und in der Paukenhöhle ein Überdruck aufgebaut. Wenn der Tubenöffnungsdruck überschritten ist, kommt es zu einem Druckabfall, der gemessen werden kann.

4.6 Tubenendoskopie

Bei der Tubenendoskopie werden dünne Optiken über das Ostium der Tube bis ins Mittelohr vorgeschoben.

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