Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Autoregulation

(Weitergeleitet von Selbstregulation)

Synonym: Selbstregulation
Englisch: autoregulation

1 Definition

Unter Autoregulation versteht man in der Medizin die Fähigkeit eines biologischen Systems (z.B. Organ, Zelle), sich selbstständig an verändernde Bedingungen anzupassen.

2 Beispiele

2.1 Bayliss-Effekt

Der Bayliss-Effekt bezeichnet die myogene Antwort von Gefäßen auf einen sich verändernden Blutdruck. Er gewährleistet, dass der Blutdruck in unterschiedlichen Geweben weitgehend konstant bleibt. Bei erhöhtem Blutdruck folgt eine Vasokonstriktion, bei einem Blutdruckabfall reagieren die Gefäße mit einer Vasodilatation. So kann die lokale Durchblutung weitgehend unabhängig von Druckdifferenz im Körperkreislauf gehalten werden. Beispiele hierfür sind:

2.2 Autoregulation der Schilddrüse

Die Schilddrüse reguliert ihre Jodaufnahme auch unabhängig vom TSH-Spiegel. Geringe Iodkonzentrationen stimulieren die Aufnahme von Iod in die Schilddrüse und die Synthese von Schilddrüsenhormonen, auch wenn TSH fehlt. Umgekehrt hemmen große Mengen von Jodid die Jodidaufnahme, sowie die Hormonsynthese und Hormonausschüttung (Wolff-Chaikoff-Effekt).

2.3 Autoregulation der Kononardurchblutung

Die Koronardurchblutung unterliegt ebenfalls einer Autoregulation, um eine suffiziente Sauerstoffversorgung des Myokards sicherzustellen. Sie ist abhängig von den lokal anfallenden Stoffwechselprodukten sowie der Verfügbarkeit von Sauerstoff. Ein erhöhter Metabolismus und eine Hypoxie führen zu einer deutlichen Vasodilatation, während die Reduzierung des Metabolismus und ein hohes Angebot an Sauerstoff zur Vasokonstriktion führen.

3 Klinik

Schädigungen des Gehirns, etwa durch Traumata, Schlaganfälle oder Hirntumore können die Autoregulation negativ beeinflussen.[1] Es konnte gezeigt werden, dass sich Alzheimer bei Mäusen ebenfalls negativ auf die Autoregulation des Gehirns auswirkt, beim Menschen aber scheinbar keine Auswirkungen hat. An diesem Zusammenhang wird derzeit (2018) noch geforscht.[2]

Eine Studie zeigte, dass die zerebrale Autoregulation bei Patienten mit Morbus Parkinson und Multisystematrophie (MSA) besser an stärkere Schwankungen des Blutdrucks angepasst ist. Es wird vermutet, dass dies durch die Adaption an kardiovaskuläre Dysfunktionen, die diese Erkrankungen begleiten, bedingt ist.[3]

4 Quellen

  • Klinke, Pape, Silbernagl et al.: Physiologie. 5. Auflage, 2005, Thieme Verlag
  1. Budohoski KP, Czosnyka M, Kirkpatrick PJ, Smielewski P, Steiner LA, Pickard JD: [Clinical relevance of cerebral autoregulation following subarachnoid haemorrhage.] Nat Rev Neurol. 2013 Mar;9(3):152-63. doi: 10.1038/nrneurol.2013.11.
  2. Claassen JA, Zhang R: [Cerebral autoregulation in Alzheimer's disease.] J Cereb Blood Flow Metab. 2011 Jul;31(7):1572-7. doi: 10.1038/jcbfm.2011.69.
  3. Indelicato E, Fanciulli A, Poewe W, Antonini A, Pontieri FE, Wenning GK: Cerebral autoregulation and white matter lesions in Parkinson's disease and multiple system atrophy. Parkinsonism Relat Disord. 2015 Dec;21(12):1393-7. doi:10.1016/j.parkreldis.2015.10.018.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (1.75 ø)

3.876 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: