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Zerebraler Gefäßwiderstand

1 Definition

Der zerebrale Gefäßwiderstand ist der Strömungswiderstand, den die Gehirngefäße dem vom systemischen Blutdruck angetriebenen Blutstrom entgegensetzen, in dem sie ihren Gefäßdurchmesser verengen bzw. erweitern. Er dient der Regulation der Durchblutung des Gehirns.

2 Physiologie

2.1 Regulation durch den Blutdruck

Die zerebralen Gefäße sind bei systolischen Blutdruckwerten zwischen 50 und 150 mm Hg und normalem intrakraniellen Druck in der Lage, auf Änderungen des mittleren arteriellen Drucks mit einer entsprechenden Anpassung des zerebralen Gefäßwiderstandes zu reagieren. Dadurch wird der zerebrale Blutfluss weitgehend konstant gehalten - ein Prozess, den man auch als Autoregulation der Gehirndurchblutung bezeichnet.

2.2 Regulation durch die Blutgase

Der zerebrale Gefäßwiderstand wird darüber hinaus durch die Blutgase beeinflusst:

Ein Anstieg des CO2-Partialdrucks im arteriellen Blut (z.B. bei Hypoventilation) führt bei konstantem Blutdruck zu einer Relaxation der Hirngefäße und damit zu einer Zunahme der Gehirndurchblutung. Umgekehrt erzeugt eine Abnahme des CO2-Partialdruckes (z.B. bei Hyperventilation) einen Anstieg des zerebralen Gefäßwiderstandes und in der Folge eine Abnahme des zerebralen Blutflusses.

Auch der Sauerstoffpartialdruck beeinflusst den zerebralen Gefäßwiderstand, ist allerdings keine so empfindliche Stellgröße wie das Kohlendioxid. Erst wenn der pO2im arteriellen Blut unter 50 mm Hg fällt, kommt es zu einer Weitstellung der zerebralen Arterien und zu einer Zunahme der Durchblutung.

3 Pathophysiologie

Jede schwere Schädigung des Gehirns durch Trauma, Gehirnblutung, Gehirntumor oder Ödem kann nicht nur die Blut-Hirn-Schranke, sondern auch die zerebrale Autoregulation so erheblich stören, dass die zerebrale Durchblutung direkt den Änderungen des mittleren arteriellen Blutdruckes folgt, was zu einer Schädigung der empfindlichen Nervenzellen führen kann.

Fachgebiete: Physiologie

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