Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Reizmagen

Synonyme: funktionelle Dyspepsie, nervöser Magen

1 Definition

Unter dem Begriff Reizmagen sind Magenbeschwerden zu verstehen, für die es keine diagnostisch nachweisbare organische Ursache gibt.

Ihre Entsprechung im unteren Gastrointestinaltrakt ist das Reizdarmsyndrom.

2 Codierung

Die Dyspepsie kann nach Ausschluss anderer Ursachen als somatoforme autonome Funktionsstörung klassifiziert werden.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache ist bisher unbekannt. Der Reizmagen wird den Motilitätsstörungen zugeordnet. Der früher angenommene Zusammenhang mit einer Helicobacter-pylori-Infektion konnte sich nicht bestätigen. Einiges weist daraufhin, dass psychische Erkrankungen, wie z.B. seelische Belastungen, Depressionen und Angststörungen, bei der Entstehung eines Reizmagens eine wichtige Rolle spielen.

4 Symptome

Die Symptomatik eines Reizmagens ist vielfältig:

5 Diagnose

Die Diagnose Reizmagen wird gestellt, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten, ohne dass eine organische Ursache festgestellt werden kann. Um mögliche organische Erkrankungen auszuschließen, sollten vorher eingehende Untersuchungen, wie z.B. Sonographie, Gastroskopie und Laboruntersuchungen, erfolgen. Eine Helicobacter-pylori-Infektion sollte vor der Diagnose "Reizmagen" ausgeschlossen werden.

6 Differentialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an folgende Erkrankungen gedacht werden:

7 Therapie

Bei milden Verlaufsformen kann eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zu einer Linderung der Beschwerden führen. Die Anwendung von pflanzlichen Magentropfen bzw. -tees, mit Kamille, Fenchel, Pfefferminze oder Salbei, ist zu empfehlen. Bei Sodbrennen können Antazida, wie z.B. Magaldrat oder Hydrotalcit, gegeben werden. Bei stärkeren Beschwerden kann man auch Protonenpumpenhemmer (PPI), wie z.B. Omeprazol oder Pantoprazol, verabreichen. Übelkeit bzw. Erbrechen werden mit Metoclopramid oder Dimenhydrinat behandelt.

Bei Bestehen einer psychischen Grunderkrankung sollte diese therapiert werden. Der Patient sollte über die Harmlosigkeit seiner Beschwerden aufgeklärt werden.

8 Prognose

Die Prognose ist günstig. Bei der Mehrzahl der Betroffenen verschwinden die Beschwerden nach einer ca. sechswöchigen Behandlung wieder.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (4.8 ø)

11.292 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: