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Enteroklysma

(Weitergeleitet von Röntgenuntersuchung nach Sellink)

Synonyme: Antegrader Kontrasteinlauf, Dünndarmdoppelkontrastuntersuchung nach Sellink, Röntgenuntersuchung nach Sellink
Englisch: X-Ray Sellink, Enteroclysis

1 Definition

Das Enteroklysma ist eine Doppelkontrastdarstellung des Dünndarms mittels Röntgenaufnahmen.

2 Hintergrund

Mit einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) kann lediglich das erste Viertel des Duodenums begutachtet werden, bei einer Koloskopie bestenfalls die letzten Zentimeter des Ileums. Somit ist der größte Teil des Dünndarms für die konventionelle Endoskopie nicht zugänglich. Alternative Verfahren zur Begutachtung des Dünndarms sind zum Beispiel Kapselendoskopie oder Ballonenteroskopie.

3 Durchführung

Wichtig bei dieser Untersuchung ist, dass der Patient am Untersuchungstag nüchtern ist (kein Essen, Trinken, Rauchen). Vor der eigentlichen Untersuchung wird ein Schlauch durch die Nase bis in den Dünndarm vorgeschoben (nasojejunale Sonde). Hierüber wird wasserunlösliches Bariumsulfat als röntgenpositives Kontrastmittel appliziert. Anschließend wird wässrige Methylcellulose (röntgennegatives Kontrastmittel) verabreicht, welches das Bariumsulfat durch den restlichen Dünndarm vorschiebt und verhindert, dass die Darmwände aneinander haften. Diese Doppelkontrastierung sorgt dafür, dass das Darmlumen transparent erscheint und die Darmwände durch Anlagerung von Bariumsulfat begutachtet werden können. Die Untersuchung dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten.

4 Indikation

Bei folgenden Erkrankungen bzw. Situationen kann ein Enteroklysma eingesetzt werden:

5 Nebenwirkungen

Durch die zellulosehaltige Flüssigkeit kann es zu Blähungen und leichten Bauchschmerzen kommen, die meist wieder schnell vergehen. Durch die große Menge an zugeführter Flüssigkeit kann es außerdem zu Durchfällen kommen. In drei von 100 Fällen kann es trotz regelrechter Sondenplazierung zu einem Rückstrom des Kontrasmittels in den Magen kommen, was zu Erbrechen führt. Eine Aspiration oder Inhalation von Bariumsulfat kann zur Pneumonie führen. Einzelfälle einer Bariumenzephalopathie sind beschrieben.

6 Kontraindikation

Wenn Bariumsulfat in die Bauchhöhle gelangen würde, wäre eine Barium-Peritonitis die Folge. Entsprechend ist bei Verdacht auf einen Ileus, bei Paralyse oder Verdacht auf Perforation sowie 14 Tage vor und nach einer Bauchoperation ein Enteroklysma kontraindiziert. In diesen Fällen kann eine fraktionierte Dünndarmpassage sinnvoll sein.

7 Weiterentwicklungen

Mittlerweile gibt es als Alternative auch entsprechende CT- oder MRT-Untersuchungen des Dünndarms.

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