Propylenglycol
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LoslegenSynonyme: 1,2-Propandiol, 1,2-Propylenglycol, Propan-1,2-diol, Propylenglycolum, Propylenglykol
Englisch: propylene glycol
Definition
Propylenglycol ist ein zweiwertiger Alkohol aus der Gruppe der Diole. Es wird als Lösungsmittel, Lösungsvermittler, Feuchthaltemittel und pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt.
Chemie
Propylenglycol besitzt die Summenformel C3H8O2. Die molare Masse beträgt 76,09 g/mol. Die IUPAC-Bezeichnung lautet Propan-1,2-diol. Die Verbindung enthält zwei Hydroxylgruppen und ist strukturell mit Ethylenglycol verwandt.
Eigenschaften
Propylenglycol ist eine klare, fast geruchlose, farblose, ölige, hygroskopische und visköse Flüssigkeit. Es ist mit Wasser, Ethanol, Aceton und Chloroform mischbar. In Diethylether ist Propylenglycol löslich.
Verwendung
Propylenglycol wird in zahlreichen pharmazeutischen, kosmetischen und technischen Produkten verwendet. Es ist unter anderem enthalten in:
- Dermatika
- Salben
- Cremes
- Zahnpasten
- Deodorants
- oralen und parenteralen Arzneimitteln
- E-Zigaretten-Liquids
In pharmazeutischen Zubereitungen verbessert Propylenglycol die Löslichkeit verschiedener Wirkstoffe, insbesondere wenn diese in wässrigen Formulierungen nur schlecht löslich sind. Es kann die Resorption über die Haut fördern und zur Stabilisierung von Dispersionen beitragen.
Lebensmittelrecht
In der Europäischen Union ist Propylenglycol als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und trägt die Bezeichnung E 1520.
Toxikologie
Propylenglycol gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als vergleichsweise wenig toxisch. Das Irritationspotenzial steigt jedoch mit der Konzentration, der Expositionsdauer und der Empfindlichkeit des behandelten Areals. Konzentrationen oberhalb von etwa 20 % können insbesondere bei empfindlicher oder vorgeschädigter Haut irritierend wirken. Darüber hinaus kann Propylenglycol irritative Hautreaktionen und allergische Kontaktdermatitiden auslösen.[1]
Bei hoher systemischer Exposition, insbesondere nach parenteraler Gabe propylenglycolhaltiger Arzneimittel, können Hyperosmolarität, Laktatazidose, ZNS-Depression, Hypotonie und Krampfanfälle auftreten. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Neugeborenen, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder eingeschränkter Leberfunktion.[2] Propylenglycol darf nicht mit Ethylenglycol verwechselt werden. Ethylenglycol ist deutlich toxischer und kann schwere Intoxikationen verursachen.
Quellen
- ↑ Junge A et al. Contact Dermatitis Caused by Topical Minoxidil: Allergy or Just Irritation. Acta Derm Venereol. 2025;105:adv42401.
- ↑ Barbosa R et al. Exposure to potentially harmful excipients in neonates admitted to intensive care units using compounded medicines. Eur J Hosp Pharm. 2026;33(2):137–141.