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Pneumokokkenschutzimpfung

Synonym: Pneumokokkenimpfung

1 Definition

Die Pneumokokkenschutzimpfung ist eine Totimpfung zum Schutz vor Infektionen durch Pneumokokken.

2 Hintergrund

Bei der Pneumokokkenschutzimpfung handelt es sich um eine Impfung mit einem polyvalenten Totimpfstoff, der Antigene mehrerer Pneumokokken-Serotypen enthält. Er wird intramuskulär (i.m.) appliziert. Er ist in zwei verschiedenen Formen verfügbar:

Während der PCV13 bereits bei Kinder ab 6 Wochen angewendet werden kann, ist PPSV23 erst ab dem Alter von 2 Jahren zugelassen.

Die in beiden Formen enthaltenen Serotypen stimmen nicht vollständig überein, sodass in Einzelfällen eine Impfung mit beiden Substanzen sinnvoll sein kann. Da inzwischen auch Kinder und zahlreiche Erwachsene gegen die im 13-valenten Impfstoff enthaltenen Serotypen immunisiert sind, nimmt die Inzidenz von Erkrankungen mit diesen Serotypen in der Bevölkerung ab. Entsprechend gewinnt zunehmend der 23-valente Impfstoffes an Bedeutung für den Schutz vor Pneumokokkenerkrankungen.

Bei Erwachsenen wird der Impfstoff zur Prävention von Pneumonien eingesetzt, z.B. bei Patienten mit COPD und bei Patienten mit funktioneller oder anatomischer Asplenie (Immundefizienz), die besonders anfällig für bekapselte Bakterien wie Pneumokokken sind.

3 Impfempfehlungen

Das Impfschema basiert auf Empfehlungen der STIKO (Stand 2019).[1]

4 Grundimmunisierung im Säuglingsalter

Alle Kinder bis zum 24. Lebenmonat sollten mit PCV13 grundimmunisiert werden. Dabei erhalten reifgeborene Säuglinge bis zum Alter von 12 Monaten drei Dosen im sogenannten 2+1-Impfschema: nämlich im 2., 4. und 11. bis 14. Lebensmonat. Dabei sollte zwischen der ersten und zweiten Dosis ein Abstand von zwei Monaten, zwischen der zweiten und dritten Dosis ein Abstand von 6 Monaten eingehalten werden. Eine Nachholimpfung kann im Alter zwischen 12 und 24 Monaten durch zwei Dosen im Abstand von mindestens 8 Wochen erfolgen.

Frühgeborene sollen mit 4 Dosen im 3+1-Schema geimpft werden, d.h. im Alter von 2, 3, 4 und 11 - 14 Monaten.

5 Standardimpfung für Senioren

Personen über dem 60. Lebensjahr wird eine Standardimpfung mit PPSV23 empfohlen. Wiederholungsimpfungen im Abstand von mindestens sechs Jahren können individuell erwogen werden.

6 Indikationsimpfung

Personen mit bestimmten Risikofaktoren für eine schwere Pneumokokkenerkrankung sollten eine Impfung (unabhängig vom Alter) erhalten:

  • Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz sowie Personen mit anatomischen und Fremdkörper-assoziierten Risikofaktoren für eine Pneumokokken-Meningitis (z.B. Liquorfistel, Cochlea-Implantat): Sogenannte sequenzielle Impfung mit PCV13 gefolgt von PPSV23 nach 6 bis 12 Monaten (PPSV23 erst ab 2. Lebensjahr)
  • Personen mit sonstigen chronischen Krankheiten (z.B. COPD, Epilepsie):
    • Personen > 16. Lebensjahr erhalten eine Impfung mit PPSV23
    • Personen im Alter von 2 bis 15 Jahren : Sequenzielle Impfung
  • Berufliche Tätigkeiten, die zu einer Exposition gegenüber Metallrauchen führen (z.B. Schweißen, Trennen von Metallen):
    • Personen > 16. Lebensjahr erhalten eine Impfung mit PPSV23
    • Personen im Alter von 2 bis 15 Jahren: Sequenzielle Impfung

Der Impfschutz hält zeitlich nur begrenzt an. Daher empfielt die STIKO bei den oben genannten Risikogruppen alle 6 Jahre Wiederholungsimpfungen mit PPSV23.

7 Quellen

  1. STIKO Epidemiologisches Bulletin, 23.08.2018

Fachgebiete: Immunologie

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